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Informationen und Geschichten über
den Malinois
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Der Malinois:
Der Malinois (gesprochen Malinoa - umgangssprachlich
bekannt als - Mali oder Mechelaar) |
Rassengeschichte:
Belgische Schäferhunde waren vor dem Ende des 19. Jahrhunderts ausschließlich
als Arbeitshunde von Schäfern und Bauern bekannt und keine eigenständige
Rasse. Als Begründer der Rasse gelten: der Tierarzt Prof. Dr. Reul,
L. Van der Snickt, L. Huyghebaert.
Der "Club du Chien de Berger Belge" wurde am 29.09.1891 in Brüssel
von Prof. Dr. Reul gegründet. Am 08.05. 1892 fand in Cureghem die erste
Spezialzuchtschau für Belgische Schäferhunde statt. Im gleichen
Jahr wurde auch der erste Standard verfasst. Darin wurden drei Haarvarietäten
beschrieben: Langhaar, Rauhhaar und Kurzhaar. Dieser Standard wurde etliche
Male geändert bis zum heute gültige Standard mit vier Varietäten.
1898 wurde von L. Huyghebaert und Dr. G. Geudens ein anderer Club gegründet,
der Berger Belge Club, mit Sitz in Malines (Mechelen). Die diversen Streitigkeiten
um Farbe, Haarkleid und andere wichtige Eigenschaften der Rasse überlebte
nur der zuletzt gegründete Club. Dieser wurde von der Societè
Royal Canine St. Hubert (belgischer Dachverband) anerkannt. Wenige Jahre
später wurde noch der Königliche Groendendael Club anerkannt.
Am 30.03.1990 schlossen sich diese beiden Clubs endlich zur Königlichen
Union der Klubs für belgische Schäferhunde zusammen.
1901 wurden die ersten Belgier im Zuchtbuch eingetragen. Erster offiziell
registrierter Hund war der Malinois Vos de PoldersDer Malinois war der erste
belgische Schäferhund mit festgelegtem Typ und wurde so zum Maßstab
für die anderen. Benannt ist er nach der belgischen Stadt Malines (Mechelen),
in deren Umgebung er besonders häufig war.
Standart Belgischer Schäferhund
FCI Fédération Cynologique Internationale
Secrétariat Général : 13. Place Albert I - B 6530 Thuin
(Belgien)
FCI Standard Nr. 15 / 5.6.2002
BELGISCHER SCHÄFERHUND ( Berger belge )
Übersetzung: Dr.J.M.Paschoud und Frau R. Binder, überprüft
durch Frau Peper.
Ursprung : Belgien.
Datum der Publikation des Gültigen Original-Standards : 13. März
2001
Verwendung: Ursprünglich Schäferhund, heute Gebrauchshund (Wachhund,
Schutzhund, Fährtenhund usw.) und polyvalenter Diensthund sowie auch
Familienhund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen
Schweizer Sennenhunde )
Sektion 1 Schäferhunde. Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:
Noch zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Belgien eine große
Anzahl Hüte- und Treibhunde von vielfältigem Typ mit sehr unterschiedlichem
Haarkleid. Um diese Unausgeglichenheit etwas Ordnung zu bringen, schloss
sich eine Gruppe begeisterter Kynologen zusammen und ließ sich von
Professor A. Reul beraten, Dozent an der veterinärmedizinischen Schule
in Cureghem. Ihn kann man als den echten Wegbereiter und als Begründer
der Rasse bezeichnen.
Offiziell entstand die Rasse zwischen 1891 und 1897. Am 29. September
1891 wurde in Brüssel der Belgische Schäferhundeklub
gegründet, noch im gleichen Jahr, am 15. November, organisierte Prof.
A. Reul in Cureghem ein Treffen, an welchem 117 Hunde teilnahmen; diese
Zusammenkunft erlaubte eine Bestandsaufnahme und die Auslese der besten
Rassevertreter. Während der folgenden Jahre erfolgte eine strenge
Selektion unter Verwendung von nur wenigen, eng blutsverwandten Züchtrüden.
Am 3. April 1892 wurde vom belgischen Schäferhundeklub bereits ein
erster sehr ausführlicher Standard erstellt. Eine einzige Rasse mir
3 Haarvarietäten wurde anerkannt. Jedoch war, wie man damals sagte,
der belgische Schäferhund nur ein Hund für bescheidene Leute,
also eine Rasse, der es noch an Ansehen mangelte. Deshalb wurden die ersten
belgischen Schäferhunde erst im Jahre 1901 in das Zuchtbuch der Société
Royale St. Hubert (L.O.S.H.) eingetragen.
Im Laufe der folgenden Jahre bemühten sich die für die belgischen
Schäferhunde verantwortlichen Kynologen beharrlich, den Typ der Rasse
zu vereinheitlichen und die Fehler auszumerzen. Man kann sagen, dass um
1910 Typ und Charakter des Belgischen Schäferhundes bereits fixiert
waren.
Im Verlauf der Geschichte des Belgischen Schäferhundes bereits festgelegt
waren.
Im Verlauf der Geschichte des Belgischen Schäferhundes war die Frage
der unterschiedlichen zulässigen Varietäten und Farben stets
umstritten, jedoch hinsichtlich der Morphologie, des Charakters und der
Gebrauchstüchtigkeit der Rasse gab es niemals unterschiedliche Auffassungen.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Harmonisch gebauter Hund von mittleren
Proportionen, der Eleganz und Kraft in sich vereinigt. Er hat ein quadratisches
Gebäude und ist mittelgroß; seine Muskulatur ist kräftig
und trocken. Er ist widerstandsfähig, an das Leben im Freien gewöhnt
und im Stande, die in Belgien so häufigen klimatischen Schwankungen
zu ertragen. Durch die Harmonie seiner Körperformen und die stolze
Kopfhaltung soll der Belgische Schäferhund den Eindruck jener eleganten
Robustheit vermitteln, die das Erbe der gezielt herausgezüchteten
Vertreter einer Gebrauchshunderasse ist. Der Belgische Schäferhund
soll im Stand in natürlicher Stellung, ohne körperlichen Kontakt
mit dem Vorführer gerichtet werden.
WICHTIGE MASSVERHÄLTNISSE:
Der Belgische Schäferhund hat ein quadratisches Gebäude. Die
Brust reicht bis auf Höhe der Ellenbogen. Die Länge des Fangs
entspricht oder übertrifft leicht die halbe Kopflänge.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Der Belgische Schäferhund ist
wachsam und rege, von übersprudelnder Lebhaftigkeit und stets aktionsbereit.
Neben seinen angeborenen Fähigkeiten als Hüter der Herden besitzt
er die wertvollen Eigenschaften eines sehr guten Wächters für
Haus und Hof. Er verteidigt seinen Herrn ohne jegliches Zögern hartnäckig
und leidenschaftlich. Er vereinigt in sich alle für einen Schäferhund,
Wachhund, Schutzhund und Diensthund erforderlichen Vorzüge. Sein
lebhaftes und munteres Temperament und seine gefestigten Charaktereigenschaften,
die weder Angst noch Aggressivität kennen, sollen sich in seiner
Körperhaltung und im stolzen und aufmerksamen Ausdruck seiner glänzenden
Augen offenbaren. Beim Richten sollte man das ruhige und beherzte
Temperament berücksichtigen.
KOPF: Hoch getragen, nicht übertrieben lang, gerade in seinen
Begrenzungslinien, gut gemeißelt und trocken. Schädel und Fang
sind ungefähr gleich lang; der Fang darf höchstens um ein Weniges
länger sein, was dem Gesamtbild den letzten Schliff verleiht.
OBERKOPF :
Schädel: Von mittlerer Breite, in seinen Proportionen zur Länge
des Kopfes passend, mit eher abgeflachter als gerundeter Stirn und mit
wenig ausgeprägter Stirnfurche. Von der Seite gesehen verläuft
die Oberlinie parallel zu einer gedachten Verlängerungslinie des
Nasenrückens. Hinterhauptkamm wenig entwickelt. Augenbrauenbogen
und Jochbein nicht vorstehend.
Stop : Mäßig entwickelt
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm : Schwarz
Fang: Mittellang, unter den Augen gut gemeißelt; er verjüngt
sich allmählich zur Nase hin und hat die Form eines verlängerten
Keils. Der Nasenrücken ist gerade und parallel zur gedachten verlängerten
Oberlinie der Stirn. Fangöffnung groß und weit, das heißt
bei offenem Fang werden die Mundwinkel stark nach hinten gezogen und die
Kiefer klappen weit auseinander.
Lippen : Dünn, straff anliegend und stark pigmentiert.
Kiefer / Zähne: Zähne groß, weiß, regelmäßig
und kräftig in dem gut entwickelten Kiefer eingesetzt. Scherengebiss;
das von den Schaf- und den Viehtreibern vorgezogene Zangengebiss wird
toleriert. Das Gebiss ist entsprechend der Zahnformel des Hundes vollzahnig.
Das Fehlen von zwei Prämolaren 1 (PM1) ist zulässig; die Molaren
3 (M3) werden nicht berücksichtigt.
Backen: Trocken und recht flach, doch gut bemuskelt.
Augen: Von mittlerer Größe, weder zu tief liegend noch vorstehend,
leicht mandelförmig, schräg eingesetzt, von bräunlicher
Farbe, wobei dunkel gefärbte Augen bevorzugt werden. Die Augenlider
sind schwarz umrandet. Der Blick ist offen, lebhaft, aufgeweckt und forschend.
Ohren: Eher klein, hoch angesetzt, in ihrem Aussehen klar dreieckig. Die
Ohrmuschel ist in sich gut gebogen. Die spitzen Ohren werden fest und
aufrecht getragen und bei Aufmerksamkeit senkrecht gestellt.
HALS: Gut abgesetzt, etwas länglich, ziemlich aufgerichtet,
gut bemuskelt, zu den Schultern hin allmählich breiter werdend. Ohne
Wamme. Der Nacken ist leicht gewölbt.
KÖRPER: Kraftvoll ohne Schwere. Die vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker
gemessene Körperlänge entspricht ungefähr der Widerristhöhe.
Oberlinie: Die obere Linie von Rücken und Lenden ist gerade.
Widerrist: Ausgeprägt.
Rücken: Fest, kurz und gut bemuskelt.
Kruppe: Gut bemuskelt; nur sehr leicht schräg; angemessen, aber nicht
übertrieben breit.
Brust: Nicht breit, aber tief hinabreichend; die Rippen sind in ihrem
oberen Bereich gewölbt; von vorne gesehen ist die Vorbrust wenig
breit, ohne dabei schmal zu sein.
Unterlinie: Sie beginnt unter dem Brustkorb und steigt sanft in harmonischer
Rundung zum Bauch hin an, der weder zu ausgefüllt noch windhundartig
aufgezogen ist, sondern leicht ansteigt und mäßig entwickelt
ist.
RUTE: Gut angesetzt, an der Basis kräftig, von mittlerer Länge,
mindestens bis zum Sprunggelenk, aber vorzugsweise weiter nach unten reichend;
in der Ruhe wird sie hängend getragen und zeigt an ihrem Ende auf
der Höhe des Sprunggelenks eine leichte Biegung nach hinten; in der
Bewegung wird sie stärker angehoben, aber nicht über die Horizontale,
mit an der Spitze stärker ausgeprägter Krümmung, ohne jedoch
einen Haken zu bilden oder seitlich abzuweichen.
GLIEDMASSEN:
VORDERHAND: Kräftiger Knochenbau, aber ohne Schwere; Muskulatur
trocken und stark; die Läufe stehen aus jeder Blickrichtung senkrecht
und sind, von vorne gesehen, vollkommen parallel.
Schultern: Das Schulterblatt ist lang und schräg, fest anliegend
und bildet mit dem Oberarm einen hinreichenden Winkel, der Idealerweise
110-115 o beträgt.
Oberarm : Lang und angemessen schräg.
Ellenbogen: Kräftig, weder abstehend noch zu eng anliegend.
Unterarm : Lang, gerade.
Vorderfusswurzelgelenk : Sehr fest und klar umrissen.
Vordermittelfuß : Kräftig und kurz, möglichst senkrecht
zum Boden stehend oder nur sehr wenig vorne geneigt.
Vorderpfoten : Rund, Katzenpfoten. Die Zehen sind gewölbt und dicht
aneinander liegend, die Ballen dick und elastisch und die Krallen dunkel
und kräftig.
HINTERHAND: Kraftvoll, aber ohne Schwere. Von der Seite gesehen,
stehen die Hinterläufe senkrecht, von hinten gesehen sind sie vollkommen
parallel.
Oberschenkel: Mittellang, breit, stark bemuskelt.
Kniegelenk: Annähernd senkrecht unter der Hüfte platziert; normale
Winkelung.
Unterschenkel : Mittellang, breit, muskulös.
Sprunggelenk: Tief stehend, breit und bemuskelt, mäßig gewinkelt.
Hintermittelfuß: Fest und kurz, Afterkrallen sind unerwünscht.
Hinterpfoten: Sie können leicht oval sein. Die Zehen sind gewölbt
und dicht aneinander liegend, die Ballen dick und elastisch und die Krallen
dunkel und kräftig.
GANGWERK: Der Bewegungsablauf ist in allen Gangarten lebhaft und
frei. Der Belgische Schäferhund zeigt einen guten Galopp, aber die
gebräuchlichen Gangarten sind im Schritt und vor allem der Trab.
Die Gliedmassen bewegen sich in einer zur Körperachse parallelen
Ebene. Bei großer Geschwindigkeit nähern sich die Pfoten der
Mittellinie. Der Trab ist mittelmäßig raumgreifend, die Bewegung
ist gleichmäßig und leichtfüßig, mit gutem Schub
aus der Hinterhand, wobei die Oberlinie fest bleibt und die Vorderläufe
nicht zu hoch angehoben werden. Ständig in Bewegung, scheint der
Belgische Schäferhund unermüdlich zu sein. Sein Gangwerk ist
schnell, elastisch und lebhaft. Er ist im Stande, bei voller Geschwindigkeit
einen plötzlichen Richtungswechsel vorzunehmen. Infolge seines überschäumenden
Temperaments und auf Grund seines Wach- und Schutztriebes neigt er deutlich
dazu, sich im Kreis zu bewegen.
HAUT: Elastisch, aber am ganzen Körper straff anliegend; Lippen-
und Lidränder sind stark pigmentiert.
HAARKLEID UND VARIETÄTEN: Da bei den Belgischen Schäferhunden
die Länge, die Wuchsrichtung, das Aussehen und die Farbe des Haarkleides
verschieden sind, wurde dieses Merkmal als Kriterium für die Unterscheidung
der vier Varietäten der Rasse zugrunde gelegt:
GROENENDAEL -TERVUEREN -MALINOIS UND LAEKENOIS:
Die vier Varietäten werden gesondert gerichtet und jede ist zur Erlangung
eines CAC, eines CACIB oder der entsprechenden Reserveauszeichnungen berechtigt.
HAARBESCHAFFENHEIT: In allen Varietäten muss das Haar immer
dicht, anliegend und von guter Textur sein; es soll zusammen mit der Unterwolle
einen ausgezeichneten Schutzmantel bilden.
LANGHAAR: Das Haar ist kurz auf dem Kopf, auf den Außenflächen
der Ohren und im unteren Bereich der Gliedmassen, außer an der Rückseite
des Unterarms, die vom Ellenbogen bis zum Fußwurzelgelenk mit langen
Haaren, so genannten Fransen, versehen ist. Am übrigen Körper
ist das Haar lang und glatt, länger und reichlicher um den Hals herum
und an der Vorderbrust, wo es eine Mähne und eine Schürze bildet.
Die Öffnung des Gehörgangs ist durch dichte Haarbüschel
geschützt. Von der Basis des Ohres an, stehen die Haare ab und umrahmen
den Kopf. Die Hinterseite der Schenkel ist von sehr langem und überaus
reichlichem Haar bewachsen, welches so genanntes Hosen bildet.
An der Rute ist das reichlich entwickelte Haar lang und bildet eine Fahne.
Der Groenendael und der Tervueren sind langhaarig.
KURZHAAR: Aus dem Kopf, auf den Außenflächen der Ohren
und im unteren Bereich der Gliedmassen ist das Haar sehr kurz. Am übrigen
Körper ist es kurz, reichlicher an der Rute und um den Hals herum,
wo es eine Halskrause bildet, die am Ohransatz beginnt und sich bis zur
Kehle ausgedehnt. Zudem ist die Hinterseite der Schenkel durch längeres
Haar befedert. Die Rute ist ährenförmig mit zum Ende hin längeren,
abstehenden Haaren, bildet aber keine Fahne. Der Malinois ist kurzhaarig.
Rauhaar: Kennzeichnend für die rauhaarige Varietät ist vor allem
die harte und trockene Beschaffenheit des Haars, das zerzaust ist und
bei Berührung gleichsam Knistert. Die Länge beträgt
überall am Körper etwa 6 cm, aber es ist kürzer auf dem
Der Nasenrücken, an der Stirn und an den Gliedmaßen. Weder
in der Umgebung der Augen noch am Fang soll das Haar so reich entwickelt
sein, dass es die Form des Kopfes verbergen würde. Dennoch muss ein
guter Haarbewuchs am Fang unbedingt vorhanden sein. Die Rute darf keine
Fahne bilden. Laekenois ist rauhaarig.
FARBE:
Maske: Bei den Tervueren und den Malinois muss die Maske sehr ausgeprägt
sein und möglichst Ober- und Unterlippe, den Lippenwinkel und die
Augenlider als einheitliche schwarze Fläche umschließen. Als
absolutes Minimum muss die Haut an 6 Stellen schwarz pigmentiert sein:
an beiden Ohren, beiden oberen Augenlidern und Ober- und Unterlippe.
Schwarze Wolkung: Bei den Tervueren und den Malinois verursachen schwarz
gefärbte Haarspitzen eine schwarze Wolkung, die die Grundfarbe dunkler
schattiert. Diese schwarze Abtönung wirkt stets wie angehaucht
und darf nie in Form von großen Platten oder echten Streifen (Stromung)
auftreten. Bei den Laekenois ist die schwarze Wolkung weniger deutlich
ausgeprägt.
Groenendael : Nur einfarbig schwarz.
Tervueren: Nur falbenfarben - schwarzgewolkt oder grau-schwarz gewolkt
mit schwarzer Maske, vorzugsweise jedoch Falbenfarbe schwarzgewolkt.
Die Falbfarbe soll warm sein, weder hell noch ausgewaschen. Alle Hunde,
die anders als falbfarben schwarzgewolkt sind oder deren Farbnuance
der gewünschten Intensität nicht entspricht, können nicht
als vorzügliche Exemplare angesehen werden.
Malinois: Nur falbfarben schwarzgewolkt mit schwarzer Maske.
Laekenois: Nur falbfarben, mit Spuren von schwarzer Wolkung, hauptsächlich
am Fang und an der Rute
Bei allen Varietäten ist etwas Weiß an der Vorbrust und an
den Zehen zulässig.
GRÖSSE - GEWICHT UND MASSE :
Widerristhöhe . Die gewünschte Größe ist im Durchschnitt
62 cm für Rüden und
58 cm für Hündinnen.
Toleranz : Abweichungen von 2 cm nach unten und von 4 cm nach oben.
Gewicht : Ungefähr 25 30 kg für Rüden und ungefähr
20 25 kg für Hündinnen.
Masse : Mittlere Normalmasse für einen Belgischen Schäferhunderüden
von 62 cm
Widerristhöhe :
· Länge des Körpers ( vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker
gemessen) : 62 cm
· Kopflänge : 25 cm
· Länge des Fangs : 12,5 bis 13 cm
FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler
angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad
der Abweichung stehen sollte.
· Allgemeines Erscheinungsbild: Schwerfällig, ohne Eleganz;
zu leicht oder zu hager; länger als hoch, Gebäude rechteckig.
· Kopf: Schwer, zu kräftig; obere Begrenzungslinien nicht
parallel; ungenügend gemeißelt, nicht genügend trocken;
Stirn zu stark gerundet; Stop zu stark ausgeprägt oder zu flach;
Fang zu kurz oder spitz und schwach; Nasenrücken gewölbt. Augenbrauenbogen
und Jochbein zu stark hervortretend.
· Nasenschwamm, Lippen und Augenlider : Spuren von Depigmentierung
· Gebiss : Schlecht aufgereihte Schneidezähne. Schwere Fehler
: Fehlen eines Schneidezahns, eines Prämolaren 2, eines Prämolaren
3 oder von 3 Prämolaren 1.
· Augen : Hell, rund.
· Ohren: Groß, lang, zu breit an der Basis, tief angesetzt,
auseinander oder zueinander geneigt.
· Hals : Dünn, kurz oder tief aufgesetzt.
· Körper: Zu lang; Rippenkorb zu breit (tonnenförmig).
· Widerrist : flach, niedrig.
· Oberlinie: Rücken und / oder Lenden lang, schwach, eingesunken
oder gewölbt.
· Kruppe : Zu schräg oder überbaut.
· Unterlinie : Zu wenig oder zu stark aufgezogen; Bauch zu ausgeprägt.
· Rute: Zu tief angesetzt; zu hoch getragen, Hakenrute. Rute seitlich
abweichend.
· Gliedmassen : Knochenstruktur zu leicht oder zu schwer; Gliedmassen
nicht senkrecht im Profil (z.B. Vordermittelfuß zu schräg,
schwache Fußwurzel-gelenke), von vorne gesehen (z.B. zehenweit oder
zeheneng, abstehende Ellenbogen) oder von hinten gesehen (z.B. enggestellte,
weit auseinander stehende oder fassförmige hintere Gliedmassen, huhhessige
oder nach außen gedrehte Sprunggelenke); zu geringe oder zu starke
Winkelungen.
· Pfoten: Gespreizt.
· Gangwerk: Bewegung gehemmt, kurztrittig; zu wenig Schub, ungenügende
Übertragung durch den Rücken; steppender Gang.
· Haarbeschaffenheit : In allen 4 Varietäten : ungenügende
Entwicklung der Unterwolle. Groenendael und Tervueren : Haar wollig, gewellte
oder gelockert; nicht lang genug. Malinois : Haar halblang, wo es kurz
sein sollte; sehr kurzes Haar; im Kurzhaar verteilte raue Haare; gewelltes
Haar. Laekenois: Haar zu lang, seidig, gewellt, gekräuselt oder kurz.
Im Rauhaar verstreute Strähnen feiner Füllhaare; Haar in der
Umgebung der Augen oder im unteren Bereich des Kopfes zu lang; Rute buschig.
· Farbe : In allen 4 Varietäten : Großer schürzenförmiger
weißer Brustfleck; Weiß an den Pfoten, das über den Zehen
hinausreicht.
· Groenendael : Roter Schimmer im schwarzen Haar, graue Hosen
· Tervueren : Graue Farbe.
· Tervueren und Malinois: Stromung; nicht ausreichend warmer Farbton;
zu starke oder zu geringe schwarze Wolkung, Wolkung am Körper plattenförmig
verteilt; ungenügend ausgebildete Maske.
· Tervueren, Malinois und Laekenois: Zu helle Falbfarbe; eine stark
abgeschwächte, so genannte ausgewaschene Grundfarbe soll als schwerer
Fehler gewertet werden.
· Verhalten / Charakter (Wesen): Mangel an Selbstvertrauen, übertriebene
Nervosität.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER:
· Verhalten / Charakter (Wesen) : Ängstlichkeit, Aggressivität.
· Allgemeines Erscheinungsbild : Fehlen von Rassetyp.
· Gebiss: Rückbiss, Vorbiss auch ohne Kontaktverlust (umgekehrtes
Scherengebiss); Kreuzbiss; Fehlen eines Eckzahns (1 C ), eines Reißzahns
(1PM4 im Oberkiefer, 1 M1 im Unterkiefer), eines Molaren (1 M1 oder 1
M2 außer den M3 ) oder eines Prämolaren 3 ( 1 PM3 ) zusätzlich
zu einem anderen Zahn; Fehlen von insgesamt drei oder mehr Zähnen
( die Prämolaren 1 nicht mitberechnet ).
· Nasenschwamm, Lippen und Augenlider: Stark depigmentiert.
· Ohren: Hängeohren oder künstlich aufgerichtete Ohren.
· Rute: Fehlende oder kurze Rute, von Natur aus oder kupiert; zu
hoch getragene und geringelt oder aufgerollt.
· Haarbeschaffenheit : Fehlen der Unterwolle.
· Haarfarbe : Alle Farben, welche denen der zuvor beschriebenen
Varietäten nicht entsprechen; zu ausgedehnte weiße Abzeichen
an der Vorderbrust, besonders wenn diese sich bis zum Halsansatz ausdehnen;
Weiß an den Pfoten, das sich über die halbe Höhe von Vorder-
oder Hintermittelfuß hinaus ausdehnt und Socken bildet,
weiße Abzeichen außer an der Vorbrust und an den Zehen; bei
den Tervueren und den Malinois Fehlen der Maske und Farbe des Fangs heller
als das übrige Haarkleid.
· Größe : Außerhalb der genannten Grenzen.
· N.B: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden
. Kreuzungen-Paarungen zwischen Hunden verschiedener Varietäten:
Paarungen zwischen Hunden verschiedener Varietäten sind verboten.
In Sonderfällen können von den zuständigen nationalen Zuchtkommissionen
Ausnahmebewilligungen erteilt werden.
( Reglement 1974 Paris).
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Ein Bericht von Diplomtierarzt Georg Löwenstein
Zur Rassegeschichte
Am 15. November 1891 rief Professor Reul vom tierärztlichen Institut
in Curegham (Belgien) die Besitzer oftmals Hirten der in
diesem Gebiet vorkommenden Schäferhundschläge zusammen, um ihre
Hunde zu begutachten. Es wurden ihm über 100 Hunde vorgeführt.
Die Haarfarben reichten von schwarz über grau bis braun in allen
Schattierungen, die Haararten von Rauhaar über Langhaar bis Kurzhaar.
Langhaar war meist schwarz, selten braun, Rauhaar gräulich, Kurzhaar
meist braun mit schwarzer Maske. Prof. Reul definierte den seinen Vorstellungen
entsprechenden Idealtyp des Hirtenhundes und empfahl, nur Hunde der gleichen
Haarart zu kreuzen.
Belgischer Nationalhund:
Acht Jahre wurde mehr oder weniger nach dieser Empfehlung Professor Reuls
gezüchtet. 1899 wurde der Klub für Belgische Schäferhunde
gegründet und der Belgische Schäferhund zum Nationalhund Belgiens
erklärt. Nun aber wurde entgegen den Empfehlungen Professor Reuls
im Standard festgeschrieben, dass nur mehr mit langhaarigen schwarzen,
kurzhaarigen rotbraunen und rauhaarigen grauen Hunden gezüchtet werden
dürfe.
Das hatte prompt die Gründung eines sehr aktiven Konkurrenzvereines
zur Folge, der die Zucht mit allen vom Standard ausgeschlossenen Hunden
(braunrauhaarigen, schwarz oder grau kurzhaarigen) zuließ.
Entstehung der 4 Varietäten:
Nach einigen Jahren vereinigten sich die Konkurrenzvereine und erließen
folgende Bestimmungen: Gezüchtet werden darf mit schwarz und langhaarig
unter dem Namen GROENENDAEL, rotbraun und langhaarig mit dunkler Charbonnage
unter dem Namen TERVUEREN (Charbonnage wörtlich übersetzt Kohlestaub),
rotbraun und kurzhaarig als MALINOIS und grau oder rotbraun und rauhaarig
mit dem Namen LAKENOIS:
Diese Namen leiteten sich von Dörfern um Brüssel ab, welche
damals die Zentren der Zucht der jeweiligen Varietät darstellten.
So gab das Dorf Malin (in Französisch) bzw. Mechelen (in Flämisch)
dem Malinois (= Mechelaar) seinen Namen. Alle vier Varietäten werden
unter dem Namen Belgische Schäferhunde zusammengefasst.
Charakter, Eigenschaften, Wesen:
Der Malinois ist begierig auf Arbeit. Mit einem intelligenten Hundeführer,
der Eintönigkeit vermeidet, verrichtet er seine Arbeit spielerisch
temperamentvoll, mit viel Energie und Intelligenz. Berühmt für
seine Fähigkeiten zu springen, hitzeunempfindlich, jederzeit für
Spiel und Spaß bereit, ist er zugleich im Handumdrehen mit Unerschrockenheit
und Härte der Verteidiger seines Hundeführers. Trotzdem ist
sein Wesen hochsensibel, nicht geeignet für grobe, rohe Menschen
mit Profilierungsneurosen.
Zeit lassen:
Während andere Schäferhundrassen oft im Alter zwischen 6 und
9 Monaten läufig werden, wird die Malinoishündin erst mit 12
15 Monaten läufig. Ebenso verhält es sich mit der psychischen
Reife. Der Malinois braucht Zeit, was besondere Geduld des Ausbilders
verlangt. Der Hund wird es einem danken, die Schlussrechnung kann man
mit 3 Jahren machen. Seine Härte bei der Schutzarbeit, seine Unbekümmertheit
und Unerschrockenheit bei der Bewältigung neuer Situationen, wird
oft missverstanden. Der Malinois ist im Grunde seines Wesens ein hochsensibler
Hund, der nur in der Hand einfühlsamer Menschen seine Fähigkeiten
entwickeln kann.
Selektion nach Leistung:
Der Malinois wurde von Anfang an als Gebrauchshund gezüchtet. Auch
in seinem Rassestandard ist ein athletischer, quadratischer Hund vorgezeichnet.
Selektion wurde nach Leistung betrieben, auf Prüfungen, die ohne
Kompromisse den Hunden physisch und psychisch alles abverlangen. Ein Blick
in die Prüfungsordnungen der Länder, in denen ursprünglich
der Malinois seine Hauptverbreitung hatte, verdeutlicht dies. Wer mit
solchen Hunden züchtet, kann von einem belastungsfähigen, gesunden,
schmerzfreien Skelett ausgehen. Hunde mit Hüft-, Ellbogendysplasie
oder Schmerzen an der Wirbelsäule würden wohl kaum springen,
wie es die verschiedenen Prüfungsordnungen verlangen. Außer
den hohen physischen Belastungen kommt noch außergewöhnlich
hoher psychischer Stress im Schutzdienst dazu, der den Hunden im mentalen
Bereich das Letzte abfordert. Nur absolut ausgeglichenen Hunde mit klaren
Kopf können daher die gestellten Aufgaben meistern.
Vergessen Sie beim Malinois, gut gemeinte Ratschläge und Anweisungen
von Hundeexperten, die Einschränkungen in der Bewegung
des Junghundes, kein Treppensteigen, keine langen Spaziergänge etc.
empfehlen. Das gesunde Skelett des Malinois benötigt für seine
Entwicklung Bewegung.
Wofür eignet sich der Malinois:
Der Malinois eignet sich für alle Arten des Hundesports, als Schutzhund,
Fährtenhund oder für Obedience, Flyball und Agility.
Interessant, dass bei Ausdauersportarten in Frankreich (Canicross usw.,
Dauerläufen im Gelände, zum Teil auch mit dem Fahrrad) der Malinois
meist als einziger Schäferhund zwischen Huskies und Jagdhunden in
den vorderen Rängen zu finden ist. Der Malinois ist aber auch als
Familienhund gut geeignet, wenn ihm die nötige tägliche Beschäftigung
(Joggen, Radfahren, Schwimmen), ausgedehnter Auslauf und Erziehung geboten
werden. Zu Kindern ist er bei entsprechender Sozialisierung ausgesprochen
freundlich und liebevoll.
Erwerb eines Malinois:
Wiewohl der Malinois von den Segnungen der Schönheitszucht
bzw. der Zucht ausschließlich auf Formwertmerkmale mit inkludierten
Erbkrankheiten verschont geblieben ist, gibt es doch Linien, die im Fahrwasser
der seriösen Züchter von Gebrauchshundelinien ihr Formwertsüppchen
zu kochen beginnen. Im allzu seichten Wasser von Ausstellungssiegen wurden
schon Unterkieferverkürzungen, Nervosität und selten, aber doch
Epilepsie beobachtet.
Augen auf beim Kauf! Ein guter Formwert soll kein Hindernis beim Kauf
sein aber er allein ist zuwenig. Fragen Sie den Züchter, ob
Sie die Zuchthündin beobachten und angreifen dürfen und welche
Prüfungen und Turniererfolge sie aufzuweisen hat. Steht der Rüde
im Haus des Züchters, beobachten Sie ihn bei der Arbeit. Welche Prüfungen
und Turniere hat er bestritten, wo sind die Großeltern und welche
Leistungen hatten sie aufzuweisen? Gibt es bereits Nachzucht der Mutter,
des Vaters, welche Erfolge haben sie? Wie werden die Hunde gehalten, die
Welpen aufgezogen? Erfolgt die Aufzucht im Zwinger mit wenig Kontakt zu
Menschen? Werden die Welpen beschäftigt? Sind die Welpen Menschen
gegenüber freundlich oder zurückhaltend? Ist bei den Welpen
schon Beutetrieb erkennbar, wie verhalten sie sich gegenüber der
Beute?
Basis einer erfolgreichen Rasse:
1. Der Standard: Der Malinois ist von extremen Standardinterpretationen
bisher verschont geblieben.
2. Leistungsprüfungen: In den Hauptzuchtgebieten (aber auch in Deutschland
Körung), finden Leistungsprüfungen statt, die bezüglich
physischer und psychischer Belastung des Hundes zu den härtesten
Prüfungen der Welt zählt. Weder ein leicht schräges Vorsitzen,
noch ein kurzes Knautschen am Apportierholz und ähnliches, auch kein
Hopser über die Schrägwand, über die sich notfalls auch
der gelenkkranke Hund schleppt, werden als Selektionskriterien herangezogen.
Vielmehr garantieren der Sprung über die Steilwand mit 2,30
2,50 m Höhe, gerade und ohne Kletterhilfen, der Weitsprung mit 4,5
m und die Hürde mit 1,20 m, dass nur die Besten bestehen und in der
Zucht eingesetzt werden können. Dazu noch psychische Belastungen,
die unseren konventionellen Prüfungsordnungen fremd sind.
3. Selektion: Weniger die CACIB´s an der Wand, als vielmehr die
Leistungsprüfungen des Hundes werden als Selektionskriterium herangezogen.
Nachfolgend ein Auszug aus der KNPV Prüfungsordnung in Holland.
Der KNPV ist der Königliche Niederländische Polizeihundeverein
mit ca. 10.000 Mitgliedern in 11 Landesgruppen. Es gibt 5 Prüfungsarten:
1. Polizeihund 1
2. Polizeihund 2
3. Objekt Bewachungshund
4. Spürhund
5. Rettungshund
Auszug aus der Prüfungsordnung:
1. Unterordnung, Leinenführigkeit mit Seitenwechsel (bei Fuß
rechts und links neben dem Hundeführer)
° Freifolge mit Seitenwechsel
° Freifolge neben dem Fahrrad
° Futterverweigerung von vorgeworfenem Futter
° Futterverweigerung von aufgefundenen Futter
2. Sprünge
° Hecke 1m
° Zaun 1,75m
° Graben 3m
3. Apportieren
4. Wasserarbeit
° Schwimmen über Fluss mit 30m Breite
° Apportieren aus dem Wasser
5. Gegenstand bewachen, Revieren nach einem Gegenstand, Revieren nach
einer Person, Transport eines Betrunkenen
(ohne Belästigung durch den Hund)
Durchgeführt werden diese Prüfungen im weitläufigen Freigelände.
6. Schutzarbeit: Figuriert wird mit Zivilschutzanzug, Mutproben erfolgen
über Distanzen von 100m. Der Hund wird frei ohne Halsband vorgeführt.
Zurückhalten oder anfeuern ist nicht erlaubt. Kommandos erfolgen
nur auf Anweisung des Richters.
Unbedingter Gehorsam!
Bemerkenswert ist die Fehlattacke: Der Hund wird dem Scheintäter
nachgeschickt und knapp vor dem Anbiss zurückgepfiffen. Der Hund
muss im vollen Galopp auf den Pfiff reagieren, voll abbremsen und im Galopp
zum Hundeführer zurückkehren. Jede verzögerte Reaktion
bewirkt Berühren des Scheintäters und kostet Punkte. Auffällig
dabei: Der unbedingte Gehorsam bei der Schutzarbeit.
Auszug aus der Prüfungsordnung Frankreich Ring 3 (siehe auch unter
Links Mondioring):
1. Sprung über Wassergarben 4,5m
2. Sprung über Hürde 1,2m
3. Sprung über gerade stehende Wand ohne Kletterhilfe, 2,5m hoch
4. Unterordnung mit und ohne Leine, mit und ohne Beißkorb
5. Verschiedene Apportierübungen
6. Sitz, Platz, Steh ohne Platz zu verlassen
7. Futterverweigerung in Abwesenheit des Hundeführers
8. Schutzarbeit mit Stock, Revolver in einem der IPO unbekannten Ausmaß
9. Angriff mit Unterbrechung: Der Hund wird Unmittelbar vor Erreichen
des Schutzhelfers (oft einige Zentimeter) zurückgerufen
10. Selbstständiges Bewachen eines Gegenstandes (ohne Führerkommando).
Der Schutzhelfer versucht mit verschiedenen Tricks dem Hund einen Gegenstand
(z.B. Korb), der in der Mitte konzentrischer Kreise liegt, zu entwenden.
Der Hund darf den Schutzhelfer nur im innersten Kreis attackieren und
muss ohne Kommando ablassen. Gelingt es dem Schutzhelfer, den Hund außerhalb
eines bestimmten Kreises zu ziehen oder zu locken, gibt es Punkteabzug.
Malinois im österreichischen Hundesport:
Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Europas ist dem Malinois
der große Durchbruch auf breiter Ebene im Hundesport in Österreich
noch nicht gelungen. Die Ursachen sind vielschichtig. Ein Hauptgrund besteht
sicher in der in Österreich einzigartigen Situation, dass rasseunabhängige
Hundesportvereine nicht flächendeckend über das Bundesgebiet
zur Verfügung stehen. Wenige Malinois schafften dennoch in rassegebundenen
Vereinen die Hürde in höhere Turnierränge.
Zucht in Österreich:
Österreichische Züchter orientieren sich im Wesentlichen auf
bewährte belgische, deutsche, französische und holländische
Leistungslinien.
Doch Vorsicht ist angebracht, da in Österreich bisher keine wirkungsvollen
Körungen und Zuchttauglichkeitsprüfungen stattfinden und das
Pflänzchen der Schönheitszucht mit inkludierten Erbkrankheiten
zwar noch nicht zu blühen, doch schon zarte Wurzeln in ganz wenigen
Zwingern geschlagen hat. Pro Jahr werden ca. 100 Welpen geboren.
Lehren der Vergangenheit:
Aus der Zuchtgeschichte des belgischen Schäferhundes lassen sich
zwei allgemeingültige Lehren ableiten:
1. Zucht auf Farbe und Haarqualität, also die Überbetonung von
Formwertmerkmalen, zieht den Verlust der Gebrauchsfähigkeit nach
sich.
2. Mischpaarungen verwandter Rassen oder Varietäten bewähren
sich, um gesunde, leistungsfähige Hunde aus reduzierter Population
zu züchten, ohne den Weg extremer Inzucht durch einen genetischen
Flaschenhals zu beschreiten, mit allen Folgeerscheinungen, insbesondere
das Auftreten von Erbkrankheiten sowie Vitalitätsverlust.
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Die Vorzüge des Malinois
von Ing. Johann Weber, Jänner 1995
Die ursprüngliche Aufgabe der Schäfer- und Hirtenhunde war es,
die Herde gegen Überfälle von zwei- und vierbeinigen Räubern
zu schützen, sie zu treiben, zusammenzuhalten und zu hüten,
das heißt die Schafe vom Betreten der bebauten Felder abzuhalten.
Je nach der Landgegend waren diese Hunde etwas größer oder
kleiner.
Gegen Ende des 19.Jhdt. gab es in Europa riesige Schafherden, betreut
von Hirten und ihren Hunden. Nach und nach entstanden die heute bekannten
landesüblichen Rassen, in Belgien waren es damals eher kleine, etwa
50 bis 55 cm große, sehr temperamentvolle, genügsame und ausdauernde
Schäferhunde, ihren Hirten treu ergeben, gegen Fremde aber misstrauisch
und zurückhaltend, jederzeit bereit, das ihnen anvertraute Gut zu
verteidigen. Der Kopf war Wolfsähnlich, die Augen dunkel, leicht
mandelförmig mit klugem lebhaften Ausdruck. Der Körper war quadratisch
mit leichtem Knochenbau, der Gang tänzelnd und er war ständig
in Bewegung.
Am 15. November 1891 versammelte man 117 Schäferhunde aus verschiedenen
belgischen Provinzen, um sie von Prof. Reul vom tierärztlichen Institut
in Cureghem, der sich sehr mit diesen Hirtenhundetyp befasste, begutachten
zu lassen. Diese Hunde waren ein Gemisch aller Typen, Haararten und Farben.
Acht Jahre lang züchtete man dann auf Empfehlung von Prof. Reul und
auch nach eigenem Gutdünken, dann wurde der Klub für Belgische
Schäferhunde gegründet und der ehemalige Hirtenhund zum Nationalhund
Belgiens ernannt.
Die verschiedenen Varietäten wurden nach den umliegenden Dörfern
um Bruxelles benannt, weil dort damals die meisten Züchter wohnten.
1920 entstand die noch heute gültige Klasseneinteilung, 1945 wurde
der Standard neu aufgelegt. Ende 1963, nach Monaten von Unruhe und Zwischenfällen
(u.a. über das Reglement des Ringwettstreites) kam es zu einem endgültigen
Bruch in der Welt der Arbeitshunde, nämlich bei der Königlichen
Kynologischen Union Sankt Hubertus. Die Föderation der Provinz Antwerpen
beschloss unter dem Namen Nationalverband belgischer Kynologen
(NVBK) unabhängig zu werden. Viele Klubs von Arbeitshunden sollten
sich dieser Spaltung anschließen.
Im Gegensatz zu der Königlichen Gesellschaft Sankt Hubertus gibt
der NVBK kein Stammbuch heraus, was aber ein genaues Kennen der Zuchtlinien
nicht ausschließt.
1973 wurde wieder eine neue Zuchtordnung herausgegeben. So sind Kreuzungen
unter den verschiedenen Varietäten heute nur mehr mit Zulassung der
Zuchtkommission von Belgien erlaubt. Allerdings kümmert sich Frankreich
nach wie vor nicht um diese Verordnung und nimmt mit großem Erfolg
weiterhin Mischpaarungen vor.
Die meisten Züchter wohnten in Malines und dessen Nähe, woher
auch der Name für diese Haarart stammt.
Der Malinois wurde von Anfang an nicht nur auf Schönheit, sondern
vor allem auf Gebrauchstüchtigkeit gezüchtet. Er galt bereits
Anfang dieses Jahrhunderts als vielseitiger Arbeitshund und wurde von
Armee und Polizei zu ihren Diensten herangezogen.
Die Farbe des Malinois ist mahagonirot mit dunkler Maske und schwarzem
Anflug (Charbonnage). Schwarze Hunde sind sehr selten und heute nicht
mehr erlaubt.
Der Stammvater und Prototyp des Malinois war der Rüde TOMY. Dessen
Sohn TJOP beeinflusste gemeinsam mit dem Rüden DEWET sehr stark den
Aufbau dieser Varietät. Genauso wie bei den langhaarigen Varietäten
wurde auch der kurzhaarige Malinois mit Hilfe von Inzucht rein gezüchtet
und er ist heute der am meisten in Belgien gezüchtete Belgische Schäferhund
und dazu der beliebteste Arbeitshund geworden.
Fragt man nach dem besten Malinois, so muss man schon einige Hunde zu
Beginn unseres Jahrhunderts nennen. So wird SNAP als der Beste von diversen
Fachzeitschriften angegeben. Hinzuzufügen wäre, dass SNAP die
Auszeichnung Heldenhund erhielt. Er rief einigermaßen
scharfzähnig eine Anzahl von 6 Personen zur Ordnung, als sie einen
späten Gast in einem Café belästigten. SNAP war am 10.
August 1917 im Zwinger De Jolimont geboren. SNAP war bekannt als ein Hund
mit viel Charakter, sehnig und fest gebaut, ein richtiger Arbeitshund.
Beim Fest des Hundes 1921 in Beveren-Waas wurde das Publikum durch die
Dressurvorführung von Polizeihunden in Begeisterung gebracht. Als
die Reihe an SNAP kam, erschrak das Publikum, als ein Kindermädchen
mit einem Kinderwagen auf dem Gelände erschien. Aber rasch schlug
der Schrecken in Gelächter um. An den Männerschuhen und eher
fehlendem Busen, hatte man den Figuranten erkannt. Es wurde eine Entführung
simuliert und SNAP musste den Kidnapper aufspüren. SNAP startete
auf Befehl und folgte ohne Fehler der Spur des Helfers, den er in 44 Sekunden
fand. Beim Springen übertraf er jeden anderen Hund, obwohl er an
der Pfote verwundet war. Seine Angriffe waren ausgezeichnet und sein Bewachen
eines Gegenstandes ließ nichts zu wünschen übrig. Der
Figurant löste einige Pistolenschüsse in Richtung des Hundes
aus, dieser aber zögerte nicht, durch eine Rauchwolke auf den Mann
zuzulaufen und ihn im Zaum zu halten. Es folgte tosender Applaus. Schließlich
führte er zusammen mit seinem Sohn FILOU, 9 Monate alt, einen Angriff
auf den Helfer aus und die 2 Hunde hielten den Mann auf untadelige Weise
in Schach.
Diese Art von Belgischen Schäferhunden zählt eine enorme Anzahl
von Champions, zu beginnen wäre mit Cora 1 und ihrem Sohn TJOP, einem
Eckstein der Varietät, die den Großteil der Malinois-Arbeitslinien
hervorgebracht hat.
Weiters aufzuzählen wäre hier SIROL (LOSH 114301), seines Zeichens,
Belgischer Arbeitschampion 1948, ein Hund der in vielen Ahnentafeln von
Arbeitshunden zu finden ist. Darunter befinden sich berühmte Hunde,
wie CABIL, VARAK VON DE MOOLENBEEK u.s.w.
STOUD (LOSH 114304), ebenso ein ausgezeichneter Hund im Ring, war ein
Bruder von SIROL.
RACHID DE LA FRATERNITE (LOSH 110997) gewann den großen Preis von
Belgien 1947. SNAP VON DE MOOLENBEEK gewann 1942 und 1943 die einzigen
2 Wettstreite während des Krieges.
EGOR (LOSH 50354) siegte 1934.
KIENER (LOSH 197867) geboren 1961, hatte nicht einmal das zweite Lebensjahr
erreicht, als er 1963 den großen Preis von Belgien gewann. Dieser
Preis wird seit 1926 jährlich von der Königlichen Gesellschaft
Sankt Hubertus organisiert. Nach dem heutigen Stadium meiner Forschung
gibt es keinen einzigen Hund, selbst keinen einzigen anderen Malinois,
dem es gelungen wäre, diese Leistung mit diesem Alter zu erreichen.
Einzig POLLUX (LOSH 32278, alias LUX DE GALLIFORT) der im Alter von 22
Monaten einen 2. Patz auf dem Championat eroberte und diesen 1930 gewann
kam dieser Leistung nahe.
Beim Studium des Stammbaumes von KIENER findet man so ziemlich einiges
an Elite, wenn man es so ausdrücken kann.
So war SIROL Vater und Großvater von KIENER. Auch SNAP war wie SIROL
ein beachtlicher Deckrüde und prägte die Rasse in den 20-iger
Jahren. Er war der Vater bemerkenswerter Malinois wie SAM DU THIRIAU (LOB
10280), KILLER (LOSH 14912) Arbeitschampion 1924 und Vater von dem Arbeits-
und Fährtenchampion 1928 MASCOTTE DU TIGRE ROYAL (LOSH 14849).
Ein wohl erwähnenswerter Malinois ist CLIP der 1981, 82, 83, 85,
86 das Championat gewann.
Mit G´BIBBER und G´VITOU DES DEUX POTTOIS, Züchter LUC
VANSTENBRUGGE, möchte ich den kurzen Rückblick abschließen.
G´BIBBER wurde 1987 Belgischer Champion mit einem Punktemaximum,
das seit 1932 kein Hund mehr erreichte. Beide Hunde haben auch international
die Hundezucht stark beeinflusst. Kurz möchte ich hier noch einige
der vielen Nachkommen nennen.
GAYAL DE DEUX POTTOIS, der erste Malinois der deutscher VDH Meister wurde
(Vater G´VITOU), LORD DE DEUX POTTOIS Schweizer Meister (Vater G´BIBBER),
FICO VON LÖWENFELS 4-facher französischer Meister und Ende der
80-iger Jahre FCI Europameister (Vater G´VITOU, ebenso berühmt
die Mutter mit ERIKA DE DEUX POTTOIS).
Wenn wir unsere heutigen Hunde mit den Fotos oder Zeichnungen der Malinois
am Beginn dieses Jahrhunderts vergleichen, wundern wir uns, dass der fundamentale
Typ noch immer derselbe ist. Der Belg. Schäferhund bleibt was er
ursprünglich war : das Vollblut unter den Schäferhunden. Mit
ihrem Körper ist ihre Haltung dieselbe wie beim arabischen Pferd.
Er ist würdig in seiner Haltung und seinen Bewegungen, imstande Initiative
zu ergreifen, seine Reaktionen sind äußerst schnell und spontan.
Der Malinois ist ein Hyper-Affektiver, der seinen Herrn braucht,
mit dem er sich psychisch im Gleichgewicht fühlt, ohne dies Letzte
wird er nie ganz aufblühen können.
Alle seine Eigenschaften, sein ausdrucksvoller und gut geformter Kopf,
haben ihm einen ständigen Erfolg beschieden, der im Ausland noch
wächst. Ein Erfolg, der trotz dem Mangel an Publizität im Ursprungsland
gewachsen ist. Der Malinois wurde nicht durch Filme und Fernsehen bekannt,
was die Grundlage der Bekanntheit anderer Rassen ist.
Wenn sein erster praktischer Nutzen, die Bewachung und Begleitung von
Schafen, heute auch nebensächlich geworden ist, zeigt der Malinois
äußerst talentvoll jede Art von Arbeit. Ob es ein Schutzhund
oder ein Fährtenwettkampf ist, der Malinois lässt verwundern.
Als Lawinenhund oder für den Gehorsam erobert er sich die ersten
Plätze, was beweist, dass er seine Eigenschaften als Arbeitshund
des wolfsartigen Typs mit einer Konstruktion, welche die menschliche Selektion
nur verbessert hat, unverletzt erhalten hat.
Auf allgemeine Weise unterscheidet sich der Malinois von seinem deutschen
Kollegen durch seine Leichtigkeit, seine geschmeidige Haltung und seinem
Charakter. Er ist wacher, lebendiger, aber auch nervöser und gefühlvoller
und das erleichtert seine Ausbildung auf keinen Fall. Zwar beißt
er nicht so hart wie der deutsche Schäferhund, doch beißt er
schneller und leichter.
Ebenmäßige Formen, die gleichzeitig den Eindruck von Kraft
und Vornehmheit geben, der ausgeprägte Kopf, der Intelligenz ausstrahlt,
der ehrliche und direkte Blick, Augen mit Sanftheit für den Herrn
und Wachsamkeit für den Unbekannten, eine lebendige Haltung und fortwährend
in Bewegung ist unser Malinois. Wir schätzen unsere Malinois für
ihre Schönheit und ihre Persönlichkeit, denn sie sind Individualisten
und keine Schosshunde.
Selbstverständlich ist er nicht der ideale Hund für diejenigen,
die Bequemlichkeit suchen, denn man muss viel Hundeverständnis haben,
um ihm die richtige Erziehung angedeihen zu lassen. Wenn man mit einem
Malinois arbeitet, muss man wissen, dass man über ein Präzisionsinstrument
verfügt, das mit großer Vorsicht zu gebrauchen ist, denn er
vergisst nicht leicht und reagiert und handelt rascher als andere Rassen.
Der Malinois ist durch Emotionalität gekennzeichnet, oft erheblicher
als bei anderem Rassen. Dieser Aspekt seines Charakters hat mehrere Folgen.
Die erste ist, dass jede brutale oder lebhafte Bestrafung vermieden werden
muss. Eine schlechte Behandlung bringt nur Enttäuschung mit sich
und einige Hunde würden nicht zögern im geeigneten Moment Rache
zu nehmen. Der Hundeführer muss daher mit der Intonation der Stimme
spielen. Die zweite Folge für den Malinois ist, dass der Hundeführer
selbst für die Ausbildung seines Hundes sorgen muss, sich in einen
Verein für Hundeausbildung einschreiben lassen sollte oder den Rat
eines erfahrenen Ausbildners folgen sollte. Die Ausbildung erfordert enorm
viel Aufmerksamkeit von Seiten des Besitzers, Entschlossenheit muss ausgeübt
werden, aber mit Sanftheit.
Eine andere Folge ist, wenn der Malinois alle moralischen und physischen
Qualitäten besitzt, um die Aufgaben als Polizeihund und Militärhund
zu erfüllen, ist er individualistischer als andere Rassen. Jede Veränderung
des Herrn kann psychologische Verwirrung mit sich bringen. Der Malinois
adoptiert seinen Herrn und wechselt ihn nicht gerne. Ein solcher
Vorfall kann sich als äußerst störend erweisen. In der
nähe seines Herrn kann der Malinois ein Hund sein, der intensiv des
Leben im Schoß der Familie genießt, wo seine Ruhe in starkem
Gegensatz steht zu seiner äußeren Begeisterung. So gefühlvoll
und impulsiv er ist, kann er sich als eleganter und nonchalanter Gesellschaftshund
geben und er ist der beste Spielkamerad für die Kinder des Hauses
und wachend ihr bester Verteidiger.
Um einen gefühlvollen Charakter wie seinen zu stärken, muss
er mit Sanftheit und Entschlossenheit erzogen werden. Von Jugend an muss
er an Menschen, Lärm und an alle Umwelteinflüsse gewöhnt
werden, so wird er mit Hingabe an der Seite seines Herrn weilen.
Einen Malinois anzuschaffen, fordert einen heraus, und es wäre besser
die Rasse vorher kennen zu lernen.
Gründe für die starke Präsenz der Belgier in der Zucht
des Malinois dürften in der nach wie vor seit 1926 unveränderten
Prüfungsordnung zu finden sein. So wäre es für einen Hund,
der vor 60 Jahren ausgebildet wurde, kein Problem die Prüfung heute
zu bestehen. Es wird in Belgien nicht viel über Änderungen diskutiert,
eher die alte Tradition hochgehalten. Dies führte dazu, dass sich
der Malinoistyp nicht verändert hat, wenn man sich 100 Jahre alte
Fotos anschaut erkennt man das typische Profil sofort wieder und dies
war alles nur möglich, da die Leistungsanforderungen noch immer sehr
hoch geschraubt sind. Der Malinois ist heute unbestritten der König
des Ringes, er ist lebendig, intelligent, ein großer Beißer
und ein unvergleichbarer Springer. Der Ring ist für ihn gemacht und
es ist seine Domäne. Dieser Hund erfordert eine sichere Hand, den
er ist äußerst sensibel, was seinen Herrn betrifft. Ein Ausdruck
der ganz auf ihn passt, ist die Eiserne Hand mit dem Samthandschuh.
Im Alltagsleben ist er stets ein guter Wächter, seine Lebendigkeit
kann den uneingeweihten überraschen.
Durch die noch immer hohe Anzahl an guten Hunden auf dem Championat, werden
die Prüfer noch kreativer, schrauben die Leistungsanforderungen so
hoch, dass hier alle Übungen nur mehr von sehr routinierten und perfekten
Hunden bewältigt werden können. In der Regel belegen dann nur
mehr 7 bis 12-jährige Hunde die Spitzenplätze, während
junge Hunde noch Fehler machen, die auf fehlende Routine oder auf falsche
Ausbildung zurückzuführen sind. Es ist keine Seltenheit, dass
schon 15-jährige Hunde noch immer gut mit den Jungen Hunden mithalten.
Bewusste Fehlerprovokation der Schutzhelfer oder Richter z.B. durch Nachahmen
einer Trainingssituation, macht es für Hund und Hundeführer
schon schwer, da dies fast nicht mehr trainierbar ist. Kritik wird dann
an manchen Richtern und Schutzhelfern geübt, wenn sie die Hunde vor
fast unlösbare Probleme stellen. Es sind dies Schutzhelfer oder Richter,
die schon lange keinen Hund mehr ausgebildet haben, den Schwierigkeitsgrad
so hoch stellen, dass er auch nicht mehr praxisgerecht ist, etwas fordern
was sie selber nie bewältigt haben. Für die Veranstalter ist
es dann nicht leicht, die Gemüter im Zaum zu halten.
Mit einer treffenden Kurzbeschreibung über den Malinois von Fiorenzo
Fiorone aus seinem Buch Die Hunde der belgischen Schäfer
möchte ich mein Thema abschließen:
Er ist ein Arbeitshund mit außergewöhnlichen Qualitäten.
Er scheint weniger anziehend als der Groenendael oder der Tervueren wegen
seines kurzen Fells, aber er ist praktisch angelegt. Seine große
Tauglichkeit zur Verteidigung und Bewachung machen ihn zu einem sehr nützlichen
Hund.
Literaturnachweis:
1. Erna Bossi : Geschichte und Standard des Belgischen Schäferhundes;
1990
2. J.-M. Vandbutsele : Oorsprongen vareteiten van de Belgische Herdershond;
1990
3. Georges Van Ceulebroeck : L´Historique du Berger Belge
Leider gibt es bis auf Erna Bossi`s Buch keine deutschsprachige Literatur
und Erna Bossi streift nur die Schönheitslinien und erwähnt
überhaupt nichts über den Arbeitshund.
Vieles von dem Niedergeschriebenen verdanke ich Luc Vanstenbrugge, für
mich der beste Malinoiszüchter und Pilou, wohl einer der besten Schutzhelfer
und Hundeführer, der maßgeblich an der Ausbildung vom, über
alle Grenzen hinaus berühmten, G`BIBBER beteiligt war.
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GESCHICHTE DES MALINOIS
von Anne Weitz-Heeland, Vortrag zum Züchtertag LG BW 04.12.99
Entwicklung vom Hirten- zum Schäferhund:
In vorbiblischer Zeit wurde oft ohne Hund gehütet. Mit Ausdehnung
der Weidegebiete in weitläufige, unübersichtliche Gebirgsregionen
wurde der Einfluss der Beutegreifer größer. Die Nutzung und Besiedlung
des Hochgebirges war verbunden mit Haushunden die als wachsame, verteidigungsbereite
Herdenbeschützer. Später mussten diese Hunde nicht nur Beutegreifer
sondern auch menschliche Angreifer und Schafdiebe abwehren. Diese Hirtenhunde
waren starke Kämpfer, oft geschützt durch dichtes Haar . Teilweise
sollten kurz geschnittene Ohren und ein umgekehrt getragenes Stachelhalsband
diese Hunde schützen. Genau so habe ich es noch dieses Jahrzehnt in
den Hochebenen Anatoliens gesehen. Als Beispiel für diesen Hundetyp
sei die Tibetdogge genannt. Diese Hunde, meist an der Leine geführt
zum Schutz des herrschaftlichen wildes lernten dann das Treiben der Tiere
zur Wasserstelle und neue Weidegründe. Je häufiger ein Weidewechsel
notwendig war, desto beweglicher und leichter musste der Hund sein. Oft
waren sie von weißer Farbe, da sie so leichter von Raubwild zu unterscheiden
waren. Die starke Bevölkerungszunahme im 18.Jahrhundert, bedingte eine
Intensivierung des Ackerbaus. Zugleich kam durch die Bauernbefreiung zu
mehr Privateignern, und die Realteilung bedingte immer kleinere Felder.
Die zurückgedrängte Brache, der Verlust von Hutungen durch neue
Acker- und Futterpflanzen führte dazu das die Schäfer die Hunde
auf Feldwegen, und schmaler werdenden abgeernteten oder mit Schaffutter
eingesäten Feldern hüteten.. Für andere Tierarten setzte
sich zu der Zeit ganz die Koppelhaltung durch. Die Zunahme des engen Gehüts
und der Verkehrswege zwangen die Schäfer zur Selektion von wendigen
und intelligenten Hütehunden.. Auf den schmalen grasbewachsenen Feldwegen,
an deren Rändern die Hauptfrucht wuchs mussten die Schafherden in die
Länge gezogen werden. Dies ging am besten wenn der Schäfer an
der Herdenspitze ging und an jeder Seite die Hütehunde schauten, dass
die angebauten Hauptfrüchte ungeschoren blieben. Auch mussten die Hunde
dafür sorgen, das ohne Probleme in einen Weg eingebogen werden konnte
und dass kein Schaf zurückblieb. Diese lang gezogene Herde erfordert
vom Hund Selbstständigkeit und gute Nerven, vor allem bei Fahrzeugverkehr.
Unter diesem Einfluss der Haltungsumstände entwickelten sich in den
verschiedenen Ländern Europas, in England früher als auf dem Kontinent,
sehr ähnliche Hütehundtypen.
Der BSH ist ein bodenständiger Schäferhundeschlag der in 4
verschiedenen Varietäten vorkommt. Langhaarig sind der schwarze Groenendael
und der rotbraune Tervueren, rauhhaarig der Laeken und kurzhaarig der
Malinois.
Die Geschichte der Reinzucht des BSH Ende des letzten Jahrhunderts
Die erste internationale Ausstellung in Belgien fand 1880 in Brüssel
statt. Fast 1000 Hunde, vor allem Jagdhunde waren gemeldet. Auch 7 kontinentale
Schäferhunde waren gemeldet: deutsche, französische, holländische
und belgische, jedoch gab es für diese noch keine genaue Beschreibung
(Standard). In der wöchentlichen Illustrierte genannt Chasse
et Peche( Jagd und Angeln), wurde 1889 festgestellt, dass die Engländer
sind schon viel weiter wären, da sie schon einen Standard für
den Collie und Bobtail hätten, während hier in Belgien viele
Schäferhunde seien, aber sich bis jetzt hat noch kein Klub oder Kommission
ihrer angenommen habe. Ende 1891 fanden sich engagierte Schäferhundliebhaber
in Brüssel zusammen, , die die physischen und moralischen Qualitäten
des einheimischen Schäferhundes schätzen lernen wollten. In
Folge wurde 1891 der Club du Chien de Berger Belge (Klub für BSH
) gegründet. Dieser Klub stellte sich unter die Schirmherrschaft
von der Societe Saint Hubert, welche sich später der FCI anschloss,
Chasse et peche war das wöchentliche Magazin .
117 Hunde aus der Gegend rund um Brüssel und der Provinz Brabant
kamen am 15.November 1891 in der Veterinärschule zu Cureghem-Brüssel
zusammen. Dies war die eigentliche Geburtsstunde des belgische Schäferhundes
als eigene Hunderasse. M. Vanderrnickt , Hauptredakteur von Chasse
et peche und Zoodirektor von Gent und Düsseldorf schrieb folgendes:
Es zeigte sich bei dieser Sichtung , dass verschiedene Typen von belgischen
Schäferhunden existieren. Die durchschnittliche Höhe der Hunde
beträgt 50-55 cm, einzelne Exemplare waren jedoch 62 cm groß.
Die Farben und Haarqualitäten sind verschieden , gemeinsam sind ihnen
hoch-angesetzte dreieckige Stehohren, braune Augen, breite Stirn, feine
Schnauze , gut entwickelte Backen, lange Rute. Die Rassenentstehung des
BSH, ist wie bei den meisten anderen Rassen auch, eng mit dem Namen eines
Namens verbunden: Professor Adolphe Reul (1849-1907) Er absolvierte das
Tiermedizinstudium mit Prädikatsexamen und war Autor mehrerer Hundebücher
. Professeur Reul orientierte sich bei der Einteilung des BSH an dem Collie,
welcher damals in 3 Varietäten lang-, kurz-, und rauhaarig beschrieben
wurde, genauso wurde es beim BSH gemacht. Er beschrieb die Rasse und arbeitete
den Standard aus. Die Farben variierten: es gab schwarze, rotbraune, graue
und gestromte Hunde. Interessanterweise waren in der belgischen Population
keine weißen Hunde, im Gegensatz zu den Nachbarpopulationen (Beispiel:
DSH-aus den weißen Exemplaren wurde der Amerikanisch-Canadische
Schäferhund gezüchtet).
1898 versammelten sich die besten Exemplare der Rasse. 2 Familien überzeugten
am meisten: die Familie von Picard, wunderschöne langhaarige schwarze
Hunde im Besitz von Herrn Rose in Groenendael und die Familie von Pouts,
rotgoldene rauhaarige Hunde im Besitz von Herrn Janssen zu Laeken. Bei
den Kurzhaarigen waren Samlo und Mouche bemerkenswert. Nach diesem Treffen
etablierte sich die Einteilung in 3 Varietäten. Es wurde angefragt
die Hunde im Zuchtbuch der Societe Royale Saint Hubert einzutragen. Im
gleichen Jahr wurden die schwarzen langhaarigen BSH als Groenendael bezeichnet.
Kurzfristig kam sogar die Frage auf, die Kurzhaarigen zu verbieten, da
es ihnen etwas an Stil fehlen würde. Jedoch verteidigte M. Reul diese
Varietät als schöne Hunde , perfekte Ästheten , mit aufgeweckter
Intelligenz und einem bemerkenswerten Spürsinn . Während dieser
ersten Jahre war M. Reul der einzige Richter für BSH. Herr Reul war
ein eifriger Unterstützer der Inzucht. Er meinte : Inzucht mit gesunden
und charakterlich gefestigten Verwandten gibt in der Tierzucht die bemerkenswertesten
Ergebnisse. 1901 zum zehnten Gründungsjahr des Klubs für BSH
wurden die ersten Preise bei den Kurzhaarigen von Tjop, Vos (Vater des
berühmten Dewet) und Cora I vergeben. Im gleichen Jahr wurden auch
die ersten BSH ins belgische Zuchtbuch des Saint-Hubert (LOSH) eingetragen.
Der eingetragene BSH ist der vorgenannte Vos, welcher im Jahr 1897 geworfen
wurde und die Nummer 5847 bekam.
Dann folgten Jahre des Streites. Hauptsächlich ging es um die erlaubten
Farben, denn 1899 wurde folgendes beschlossen. Der langhaarige BSH ist
schwarz, der kurzhaarige rotbraun mit Charbonnage und Maske und der rauhaarige
ist grau. Der langhaarig andersfarbene, der heutige Tervueren und der
rotbraune Rauhaarige wurden ignoriert, dabei war die Hauptpopulation des
Laeken rotbraun, jedoch standen diese Hunde im flämischen Sprachgebiet
und ihre Besitzer konnten sich sprachlich nicht durchsetzen. Bei den Kurzhaarigen
wurden die gestromten, die schwarzen und die fahlroten und isabellfarbenen
verbannt. Hunde mit diesen Farben, vorher mit Preisen überladen,
verschwanden . Aber einer dieser sehr fahlen Hunde ohne Charbonnage, Cora
I (LOSH 6134) wurde von Tomy gedeckt und führte zu 1899 zur Geburt
von Tjop, einem Hund der allen Erfordernissen des Klub für BSH entsprach:
Eleganz, wunderschöne rotbraune Farbe, gute Charbonnage. Es folgte
eine Zeit, in der sich neue Belgierclubs gründeten. Um die Farben
wurde weiter erbittert gestritten. Einige Klubs erkannten die langhaarigen
rotbraunen (Tervueren) und die schwarzen Kurzhaarigen, sowie die Rotbraunen
an.
Die Entstehung des Malinois im Besonderen:
Diese Geschichte ist mit dem Namen Louis Huyghebaert verbunden. Er lebte
von 1868-1952 und war Ehrenmitglied der Saint-Hubertus Gesellschaft. Er
war der Gründervater des Malinois und sein ganzes Enthusiasmus galt
vor allem der Unterordnung und dem Fährten. Oft schrieb er in Chasse
et peche und er brachte auch ein Buch über das Fährten
heraus. Er züchtete Malinois unter dem Name ter Heide
und war ein Schönheits-und Arbeitsrichter. Sein Bruder Frantz war
Besitzer von Tjop. Louis fuhr oft mit dem Fahrrad Beruflicherweise über
das Land. Er erzählt: ich finde Gefallen beim Suchen der schönsten
Schäferhundetypen in der Nähe von Mechelen und im Norden der
Provinz Antwerpen. Es gibt einen Belgischen Schäferhundetyp mit kurzem
Haar, von Wolf- bis Fuchsgröße, mit einem rotbraun gestromten
Fell, die Ohren sind klein, hoch angesetzt, Hängerute. Die Hunde
sind sehr intelligent und haben ein sehr gute Nase.
1898 wurde ein Klub für kurzhaarige BSH innerhalb des BSH-Klubs
in Malines gegründet. Die Mitglieder bevorzugten einen gut ausgebildeten
Hund. Primär hatte er Gebrauchshund zu sein. Das Aussehen war nicht
die Hauptsache, gesucht waren talentierte Hunde , welche gut gebaut waren
und intelligent und freundlich waren. 1903 wurde im botanischen Garten
von Mechelen (Malines), vom Club von Malines ein große Ausstellung
für Schäfer- und Zughunde organisiert, dem sich eine große
Arbeitsprüfung anschloss, die Wasserarbeit ebenfalls beinhaltete.
Sie wollten das die BSH ihre Qualitäten: Intelligenz, Gehorsam und
Zuverlässigkeit zeigten. Den ersten Preis gewann Cora I, die Mutter
von Tjop. Zu dieser Zeit kam der Gedanke auf, welche neuen Arten von Arbeitsprüfungen
entwickelt werden sollten, um die alten Herdengebrauchshundeprüfungen
zu ersetzen, da in Belgien im Gegensatz zu Schottland die Schafzahlen
laufend abnahmen. Die Folgerung daraus sei, dass der Schäferhund
ein Haushund und Reisegefährte werden sollte. Arbeitsprüfungen
sollten einfach zum Ziel haben die drei fundamentalen Merkmale des Schäferhundes
voranzubringen: Intelligenz, Gehorsam und Zuverlässigkeit. Der Club
von Malines brachte eine Broschüre und Postkarten auf flämisch
unter dem Namen Mechelse Herdershonden heraus, auf französisch Malinois.
Da dieses Wort so gefiel, wurde dies der Name für den kurzhaarigen
BSH. Um 1900 wurde durch Inzucht die Maske beim Malinois gefestigt.
1899 gab die Stadt Gent die Erlaubnis , als Experiment 3 BSH als Polizeihunde
einzusetzen. Aufgrund der ermutigenden Ergebnisse wurde die Zahl letztendlich
auf 16 Hunde aufgestockt.
Die Stammeltern der Malinoiszucht, insbesondere Tjop und Dewet
Die Stammeltern der Malinois-und Laekenzucht. Die Stammhunde Vos (holländische
Wort für Fuchs) und Liske de Laeken waren im Besitz des Schäfers
Janssen. Vos gewann 1892 den 3.preis bei der letzten Schafhüteprüfung
welche vom BSH-Club organisiert wurde, da sie finanziell nicht tragbar
war. Er selber, ein gelber rauhaariger Hund wurde der Stammvater der Laeken.
Frantz Huyghebaert, der Bruder von Louis war der Besitzer von Tjop LOSH
6132 , einer der wichtigsten Hunden der Malinoiszucht der Anfangszeit
neben Dewet. Tjop wurde am 1.November 1899 geboren. Sein Vater Tomy war
ein außergewöhnlicher Wachhund. Sein Vater war Samlo. Seine
Mutter Cora I gewann 1903 den ersten Campagnepreis. Tjop war von vorzüglicher
Erscheinung, perfektem Knochenbau und Winkelungen, von guter Farbe, aber
ohne Maske, ein sehr guter Arbeitshund, aber extrem nervös. Er hatte
57cm Schulterhöhe. Sein Rücken war etwas lang, die Pfoten etwas
zu fein und er hatte etwas Rauhaar auf der Kruppe.
Dewet hatte Vos (auch Vos de Polders genannt) zum Vater und Mouche als
Mutter. Bei der Hundeausstellung in Brüssel 1902 wurde der Hund wie
folgt beschrieben: 60 cm groß, ein bemerkenswerter Hund, gut gebaut
mit vorzüglichem Haarkleid, bemerkenswert guter Schulter und Brust.
Gute Rückenlinie und Kruppe, guter Kopf , fehlerlose Rutenhaltung,
kleine dreieckige Ohren, vorzügliche Gesamterscheinung. Nur die Farbe
ist etwas fahl.. Dieser Fehler wird aber durch die sehr gute Maske und
die Schultern ausgeglichen.
Beide Hunde Tjop und Dewet waren recht verschieden, aber wir finden ihre
Namen in eigentlich jeder Malinoisahnentafel, so das man behaupten kann
diese Urväter unserer heutigen Hunde zu kennen, heißt den Ursprung
unserer Hunde zu kennen. Auf der Vorfahrentafel finden sich auch Laeken.
Snap-Ein wichtiger Rüde für die Gebrauchshundezucht:
Snap wurde als Fram de Jolimont 1917 geboren. Sein Besitzer trainierte
diesen intelligenten Hund sehr gut, da er anfangs als sehr aggressiver
und bissiger Charakter galt. Er erbte diesen bissigen Charakter von seinem
Großvater väterlicherseits Sips ter Heide aus dem Zwinger von
Louis Huyghebaert. Snap war nicht nur ein Ass im Ringsport , ebenso in
der Feldarbeit (Campagnearbeit) die zusätzlich Wasser- und Fährtenarbeit
beinhaltete. 1925 wurde er Arbeitschampion. Er war ein Arbeitshund mit
außergewöhnlichen Qualitäten und sehr gut im Verteidigen
und Bewachen. Auch als Ausstellungshund stand er vorne. In den Zwanziger
Jahren war er ein sehr bedeutender Deckrüde. Er war Vater vieler
berühmter Arbeitsmalinois wie Sam du Thiriau, der zweiter beim großen
Preis von Belgien 1926 wurde. Ein weiterer Sohn: Killer war Arbeitschampion
1924 und Fährtenhundchampion 1928 wurde seine Tochter von Mascotte
du Tigre Royal.
Der kurzhaarige BSH, nicht Malinois:
Beim ersten BSH-Treffen waren auch einige kurzhaarige Hunde mit schwarzen
Fell dabei. Es hieß etwa auf jeden 20. Rotbraunen kurzhaarigen BSH
käme ein schwarzer kurzhaariger BSH. Oft waren sie aus der Verbindung
Groenendael und Malinois. Anatomisch waren sie gleich gebaut wie der Malinois
nur hatten sie oft kürzeres Haar. Der kurzhaarige schwarze BSH wurde
1929 anerkannt.
Lockerung der starren Zuchtbestimmungen:
Nach den Kriegen wurde jeweils die strengen Zuchtbestimmungen, das einzelne
Varietäten und Farben nicht gekreuzt werden durften , aufgehoben.
So durften 1920 Hunde gleicher Haarart, aber verschiedener Farbe gekreuzt
werden. Zwischen den Haararten durften Malinois und Laeken verpaart werden.
Nach 1945durften Malinois mit Laeken aber auch mit Tervueren verpaart
werden, ebenso alle Farben bei den Kurzhaarigen, sowie alle Langhaarigen
ohne Rücksicht auf die Farbe. Noch 1978 wurden die Farben des wie
folgt definiert: rot, schwarz, gestromt und die gesamte Skala von rot
bis grau bis schwarz. 1989 kam es zu folgender Standardänderung:
beim Malinois nur rot, mit schwarzem Anflug und schwarzer Maske. Das heißt
der schwarze Malinois, der hin und wieder einmal in einem Wurf fällt,
ist nicht mehr anerkannt.
Die erste genaue Beschreibung des BSH in deutscher Sprache:
Sie findet sich im Buch von v. Stephanitz, er beschäftigt sich schon
speziell mit dem Malinois. Nachfolgend Auszüge aus dem Buch: Der
deutsche Schäferhund in Wort und Bild von Rittmeister v. Stephanitz;
7. Auflage, nach 1921
In Belgien entspricht der Landschlag selbstredend auch dem unsrigen.
Schäferhunde sind dort sehr stark vertreten, im Verhältnis vielleicht
noch stärker als in Deutschland; außerdem die oben erwähnten
rauhaarigen Treibhunde (Bouviers). Bei Vieh sah ich schon 1915 Hunde in
Belgien nicht, woran aber der Krieg Schuld tragen mochte. Überwiegend
wird auch Großvieh gehalten, das auf den fetten eingezäunten
Koppeln und dort gegen einen vorübergehenden Hund sofort angeht.
Diese Erfahrung musste ich wenigstens in Westflandern fast täglich
mit dem mich begleitenden Diensthunde meiner Kommandantur machen. In der
Wallonei, südlich der Maas, durch die mich des Krieges böser
Abschluss führte, waren die Hunde durchweg schon für das Meldehundwesen
beschlagnahmt, meine Quartierwirte sprachen meinen Schäferhund aber
sofort als solchen an. In Westflandern fand ich im ersten Kriegsjahr den
Schäferhund noch überall als Hofwächter vor, fast jeder
Bauernhof hat dort für ihn die bienenkorbartig gemauerte Hundehütte.
In den Städten überwog dort der kurzstockhaarige, in der Brüsseler
Gegend dagegen anscheinend der schwarze langstockhaarige Schlag; dort
trugen die Hunde auch alle den berüchtigten belgischen Schulmaulkorb,
eine geschlossene derbe Lederhülle in Gestalt eines großen
Knobelbechers mit kleinem Ausschnitt für die Nasenkuppe. Sehr viel
wurden die Hunde zum Ziehen verwendet, man konnte sie in der manigfachsten
Bespannung und Zusammenstellung sehen. Selbst vor und neben einem Krankenstuhl
sah ich Hunde zum Ziehen angespannt. Einspänner sah ich nicht, Zweispänner
bilden die Regel, Schäferhunde sind oft mit den rauhaarigen Treibhunden
zusammengespannt; im nicht seltenen Dreigespann geht der stärkere
Bouvier in der Mitte. Bisweilen sind die Hunde nicht vor, sondern unter
dem Wagenangespannt, manchmal auch ein bis zwei Hunde vor, einer unter
dem Wagen; ja selbst vorm Wagen in der Gabel ein kleines leichtes Pferd,
unterm Wagenkasten ein kräftiger Hund. Die halb-und ganzwüchsigen
Kutscher hockten oft auf dem leichten Wägelchen auf, machten sogar
Wettfahrten mit den Zügen, die freilich nur in der 30-km-Geschwindigkeit
fuhren. Der Landschlag in Flandern war meist recht kräftig, von gutem
Schäferhundausdruck; in Haar und Farbe selten rein, d.h. nach den
Rassezeichen der Liebhaberzüchter, oft auch mit Stummelrute, wohl
eine Folge von Bouvier-Einkreuzung. Die schwarzen Langstockhaarigen kamen
in den Ausmessungen unseren Hunden mittlerer Größe noch ziemlich
nahe, wobei allerdings die Behaarung ein Mehr an Größe und
Gestalt vortäuscht. Die Hunde der anderen Haarschläge, namentlich
die Kurzstockhaarigen, sind erheblich kleiner und knochenschwächer
als unsere Stockhaarigen, wobei ich durchaus nicht die Durchschnittsmaße
der heutigen Liebhaberzucht im Auge habe. Dies Größenverhältnis
zwischen deutschen und belgischen Schäferhunden beleuchtet recht
gut das vorstehende Bild. Zu beanstanden wären an diesen Hunden der
belgischen Liebhaberzucht vom Gebrauchsstandpunkt aus namentlich die feinen
Laufknochen und der leichte Kopf mit dem zu schwachen Fang; das Gangwerk
war, dem leichten Gebäude entsprechend, meist federnd, aber nicht
immer fördernd. Die Belgier sind eifrige und geschickte Züchter,
lassen aber bei der Liebhaberzucht des Schäferhundes Gebrauchsrücksichten
ganz außer acht und legen nur auf nebensächliche Äußerlichkeiten
wert. Kopfschnitt, Ohren- und Rutenhaltung, Haar und vor allem Farbe gelten
ihnen alles; was in Haar und Farbe nicht genau den von einem der vielen
Zuchtvereinchen für die Rasse aufgestellten Rassezeichen entspricht,
gilt als nicht rasserein. Die Folgen der notwendigerweise
immer schärfer werdenden Inzüchtung werden daher nicht ausbleiben,
weil eine Blutauffrischung durch Hunde vom Landschlag bei so eng gefassten
Begriffen unmöglich ist. Aus den ursprünglich drei Haarschlägen
hat die Liebhaberzucht erst noch reine Farbenschläge und dann in
der unstillbaren Sucht nach trennenden Äußerlichkeiten jetzt
gar sechs voneinander geschiedene Schläge gemacht.
Aus den Ortsbezeichnungen der verschiedenen anerkannten Schläge
geht schon hervor, dass sie alle in einem begrenzten Liebhaberkreis gewachsen
sind: Mecheln, Laeken, Tervueren, Groenendael liegen alle in der nächsten
Nähe von Brüssel
Im übrigen entsprechen die Rassezeichen den unsrigen; die Schulterhöhe
wird mir 55 cm im Mittel angegeben. Hunde mit Stummelrute und solche ,
deren Ohren nicht feststehen, werden ebenso wenig anerkannt wie die in
den Farben abweichenden oder in der Behaarung unreinen. Langstockhaarige
Schäferhunde wurden um die Jahrhundertwende zuerst in Gent in den
Polizeidienst gestellt; die Dienstverwendung hat sich aber auf den reinen
Sicherheitsdienst beschränkt, hat weder die Ausbreitung noch den
hohen Stand erreicht, wie bei uns. Auch die belgischen Liebhaber haben
sich nach deutschem Beispiel dem Abrichten ihrer Hunde zugewandt. Sie
sind ebenso geschickte Abrichter wie Züchter, legen aber auch hierbei,
wie nun einmal ihre Veranlagung ist, auf nebensächliche Äußerlichkeiten,
Spielereien und Zirkusmätzchen den Hauptwert. Sie erzielen z.B. hoch
anerkennenswerte, für den Gebrauch aber kaum in Betracht kommende
Sprungleistungen, befassen sich aber gar nicht oder doch nur in nicht
ernst zu nehmender Weise, mit der Nasenarbeit. Bei der großen Beliebtheit
des bodenständigen Schlages ist nicht verwunderlich, dass unser Schäferhund
vorm Kriege in Belgien verhältnismäßig nur selten zu finden
war und keine eigene Vertretung hatte
(Gedanke: heute Sprungleistung bei Ringprüfungen am Rande zur Tierquälerei;
ich sehe Aufkommen als das Problem; aber Schutz vor HD/Ellbogendysplasiekomplex,
da Hauptdeckrüden aus Wettkampflinien selektiert werden, diesen Gedanke
konnte Stepanitz damals noch nicht erfassen).
Geschichte der Ringprüfungen in Belgien vor I.WK bis jetzt:
Keine Andere Rasse als die des BSH gewann jemals eine der 3 wichtigsten
Meisterschaften im Ringsport welche in Belgien organisiert werden. Niemals
gewann ein DSH, ein Dobermann oder andere Rassen. 1913 wurde die erste
Meisterschaft im belgischen Ringsport ausgetragen.
Diese wurde vom Belgischen Kennel Club (KCB) organisiert. Der erste Sieger
war der Groenendale Jules du Moulin (LOB 2884). Zweiter wurde ebenfalls
ein Groenendael und dritter ein Tervueren. Den vierten Platz holte ein
Malinois Tom des Crosnes. 1914 gewann Jules die Meisterschaft nochmals.
Sein Hundeführer war Joseph Couplet der 1908 ein Standardbuch mit
dem Titel: Wach-, Verteidigungs- und Polizeihund herausgab,
das oftmals verlegt wurde. Er half mit bei der Entwicklung des belgischen
Ringsports. Er er war Vizepräsident des Belgischen Schäferhundeclubs
und wurde später Vorsitzender des Kennelclubs.
Seit dem ersten Weltkrieg bis jetzt gewannen nur Malinois den Titel bis
auf 2 Ausnahmen , 1927 und 1960/61 als Laeken den Titel holten. Das beste
Ergebnis eines Nichtbelgiers auf der Meisterschaft war der 2.Platz eines
Bouviers de Flandres 1950. Es gab mehrere Hunde die mehr als dreimal den
Titel holten . So Snap van den Leeuw in den dreißiger Jahren, Jack
de Beka in den Endvierzigern, Torro vant Rolushof in den Sechzigern,
Rex van de Welkom in den Endsechzigern und schließlich Alk mit 5
Siegen in den Siebzigern.
1926 wurden die erste Meisterschaft unter dm Namen Großer
Preis von Belgienim belgischen Ruingsport von der Societe Royale
Saint-Hubert (SRSH) organisiert. Der erste Gewinner war die Malinoishündin
Sadi , der zweite Samox. Beide hatten Papiere des Kennelclubs, welche
nicht anerkannt wurden und welche unter einem anderem Namen im Zuchtbuch
des Saint-Hubert registriert wurden. Seit damals wurde der große
Preis immer von Malinois gewonnen, bis auf zwei Ausnahmen 1929 musste
sich ein Malinois den Titel mit einem Groenendael teilen und 1952 gewann
der Tervueren Xavier, der Malinoiseltern hatte.
Das beste Ergebnis von Nichtbelgiern waren zweite Preise 1935 für
einen DSH und 1952 von einem Bouvier de Flandres. Zwei Hunde gewannen
den Titel mehr als viermal: Metteko (ALSH 21704) in den Siebzigern und
Clip (LOSH 412720) in den Achtzigern.
Meisterschaft vom nationaal Verbond der Belgische Kynologen (NVBK) .
1963, nach einem vorhergehenden Streit unter anderem über Ringregeln,
entschieden sich die Antwerpener unabhängig zu werden und spalteten
sich vom SRSH ab und bildeten einen Dissidenzverein. Viele Arbeitsclubs
die im Ringsport arbeiteten schlossen sich an , ebenso sehr berühmte
Hundeführer. Kiener (LOSH 197867) gewann 1963 noch den großen
Preis von Belgien beim Saint-Hubert um dann beim NVBK zu starten, wo er
dreimal den Titel gewann. Kiener war sehr talentiert und extrem intelligent.
Aber auch zu groß, das brachte ihm Rückenprobleme ein, auch
hatte er sehr große Ohren. Kiener war über seine Mutter Criquette
LOSH 166749 Enkel von dem legendären und berühmten Sirol. Sirol
hat großen Einfluß auf die heutigen Gebrauchshundelinien.
Über Carak und Notter wurde mit Xjelaba und vor allem seinem Sohn
Othar Noaillerie seine Blutlinie in Frankreich eingeführt. Ebenso
über Cibo Meulderhof und dessen Sohn Ultra Domaine Caméléon.
Weiter zählt zu seinen Nachfahren Sandor des Foudriots und vor allem
Cartouche. Seine Nachkommen Ivan, Horsy Deux Pottois , Athos und vor allem
GBibber haben große Einfluß auf die Zucht.
M. Varlet hat den sehr interessanten Gedanken das diese Vielfalt von
Vereinigungen und Klubs mit jeweils verschiedenen Ringprüfungen eine
Chance für den Malinois. Es erlaubt Arbeitshunde aus gänzlich
verschiedenen Zuchtlinien zu sehen, welche in verschieden Prüfungstypen
getestet werden.
Die wichtigsten Malinoisgebrauchshundezwinger:
Nach dem I.W waren die wichtigsten Arbeitsmalioiszwinger im Kennelclub
du Thiriau mit den Champions Djeck und Sam du Rupel
(Champions Flup, Jimmy und Margot). Nach dem II.WK waren die Zwinger Van
de Reep und Van de Welkom am Wichtigsten. Aus dem letzten
Zwinger kam Flap alias Blackie Van de Welkom, der die Basis für die
französische und Schweizer Arbeitsmalinoiszucht darstellte. Die großen
Zwinger im Saint-Hubert : Zwischen den WK waren des Hallattes
du Forgeron mit den Champions Abello und Benny und de
Grand Rabot mit den Champions César und Ecapi. Nach dem II.WK
waren die Zwinger Fraternité mit den Champions Tibi,
Rex und Rachid und van de Molenbeek mit den Champions Snap,
Varak, Vabil, Sito,Gary,und Eros. Wichtig auch der Zwingervan de
Oewas mit den Söhnen und Champions Carack und Cabil und
Hab. Unter den neueren Zwingern sind zu erwähnen: Deux Pottois,
von Herrn Luc Van Steenbrugge, in dessen Besitz GBibber war, der
Belgischer Ringchampion 1987 wurde. Heute sind die Zwinger du Boscaille
und Hantjeshook und Moulin Tombroeck von Bedeutung.
Frankreich
Nach dem Krieg ist M.Poix zu erwähnen, der den Zwinger du Bois
dEmblise hatte. Er verfügte über sehr gute Kontakte
zum belgischen Kennelclub, weshalb der berühmte Flap zum Zuchteinsatz
kam. Nach 1965 rückte ein belgischer Züchter, Herr Léon
Destailleur, den Malinois in das Hundesportmilieu. Er wohnte im belgisch-französischen
Grenzgebiet und züchtete unter dem Namen du Mouscronnais.
Genetische Selektion und eine verbesserte Ausbildung führte zu Hunden
wie Quacha Mouscronnais, der das französische Championnat 1972 gewann.
Der Hund nahm insgesamt 6mal am französischen Ringchampionnat teil.
Wichtig war in den Siebziger Jahren der Zwinger de Ventadour,
ein Zwinger der drei Arbeitschampions von vorzüglichem Äußerem
hervorbrachte: Tzar, Utha und Teddy. Zu gleichen Zeit war der Elsässer
Zwinger du Turenfels mit den Champion Vico und Urgo ganz oben
in der Leistung, er brachte die Blutlinie von Rusky in die französische
Zucht. Ein späterer Schönheitszwinger war Anfangs der Siebziger
auch mit 2 Arbeitschampions (Nelko und Urf) dabei, und zwar der Zwinger
du Mas des Lavandes, der heutigen Präsidentin des französischen
Clubs, die Hunde hatten aber bei weiten nicht den Einfluss auf die spätere
Arbeitsmalinoiszucht wie die vorgenannten drei Zwinger. Flap alias Blackie
von Welkom, ein sehr schneller, sehr temperamentvoller Hund kam stark
durch seine Kinder Léopar Léobaro und Nerk,Norban,
Nesi und Nesina v. Greenstraat in die Zucht. Léopars Tochter Orane
Ventadour wurde mit dem Nerksohn Quacha Mouscronnais verpaart. Aus Hündinnen
dieser Verbindung entstanden 3 sehr berühmte Zwinger und zwar Fontaine
du Buis mit der Ringchampionhündin Utha Ventadour, du
Domaine Caméléon mit Wurfschwester Ulla und schließlich
die dritte im Bunde: Uranie mit der im Noailleriezwinger gezüchtet
wurde. Hunde aus der Flaplinie waren sehr schnell und temperamentvoll,
und sehr schön. Oft jedoch sehr führersensibel. Später
wurde in diese Linie das Blut von Sirolnachkommen gekreuzt. Diese Hunde
hatten einen sehr starkes Wesen, vollen Griff. Zum ersten Mal wurde dieses
Blut mit Xjelaba eingeführt, sein berühmtester Sohn war Othar
Noaillerie der 1981-84 Championatssieger im Französischen Ring wurde.
Heute sind berühmte Zwinger: Des Loups Mutins, Cami Catheric, Creux
Thatcher, Loups Mackenzie und weitere. Später wurde NVBK-Blut über
Cibo Meulderhof mit seinem berühmten Sohn Ultra Domaine Caméléon
und sowie Nardo, genannt Rocky eingeführt .Auch wurden verstärkt
Hunde aus dem Deux Pottoiszwinger importiert: z.B. Itusk und Ivan . In
letzter Zeit sind bekannte Hunde und Vererber Robin Fontaine Buis, Voltaire,Cheyenne
Loups Mutins, Dusty Clos Savoie und GBang Virginie.
Schweiz
Der berühmte Zwinger Colombophile fing mit Tervueren an, wechselte
dann auf Malinois. Erst war der Zwinger mehr schönheitsbetont, aber
die Hunde waren auch damals immer in SchH III geführt. Erste große
Erfolge auf Meisterschaften folgten. Nach dem Tod von Herrn Belet, übernahm
seine Frau den Zwinger, und stellte die Gebrauchshundezucht in den Vordergrund.
Dieses Jahr wurde Nelson Weltsieger in IPO III. Auch entstanden neue Zuchten
Bsp: Vigna Secca, u.a.
Holland
Die wichtigsten holländischen Blutlinien bauen auf SIROL und seinen
Bruder STOUD auf. CABIL, CARRAK, und CRIQUETTE, sowie KIENER stammten
aus dieser Blutlinie. Viel Schnelligkeit, aber auch eine gewisse Schärfe
kam über GLADDY van de Purpere Heide von Jeff Vandenbroek in die
Zucht.
Österreich
Es began mit dem Import von Löwenfelshunden. Auch hier behauptete
sich der Malinois immer mehr auf Prüfungen. Später wurden Hunde
aus dem Zwinger Deux Pottois importiert, so im Zwinger Siefeler
Berg, der auch französische Linien hat und vor allem im derzeit
einflussreichsten Zwinger le Bosseur.
Deutschland
Der erste eingetragener Malinois war Ruka aus Murky und Prisca von Turenfels.
Geboren wurde sie 1968 und wurde in SchH III geführt. Von dieser
Hündin besitze ich leider kein Bild, aber einen Richterbericht von
der Ausstellung in Colmar 1972, an der eine Sonderschau für BSH angegliedert
war. Die Richterin war Mme Deygas aus Frankreich-Gebrauchshundeklasse:
Vorzüglich 1-Ruka: Große Hündin mit kompletten Scherengebiss.
Gutes Haarkleid, rotbraun mit Charbonnage, flötenförmiger Kopf,
die Ohren sind zu lang, aber gut getragen, der Jochbeinbogen ist etwas
zu stark betont. Guter Körperbau, gute Gliedmassen und gute Rute.
Guter Ausdruck. Der Besitzer war recht engagiert und holte den Präsidenten
des französischen Klubs M. Wasels als Richter zur ersten deutschen
Spezialzuchtschau. Der erste Malinoiswurf in Deutschland fiel mit dieser
Hündin nach dem berühmten Arbeitsrüden Rusky am 10.1.71.
Es waren 4/2 Welpen im Zwinger von der Malinoislodge Abbildung 52, Anja
Malinoislodge. Dann wurde die Hündin verkauft, es folgte 1974 der
B-Wurf vom Bäckerstüble und eine Hitze danach 1975 der C-Wurf.
Bei beiden Würfen war Urgo de Turenfels Abbildung 53 (Wiederholung
von Abbildung 38), ein berühmter Ring III-Finalist der Vater. Die
Welpen wurden fast alle nach Frankreich verkauft. Einfluss auf die deutsche
Zucht haben sie bis heute und zwar auf die deutsche Tervuerenzucht über
den Bessie , welche Ring C (alte Bezeichnung für Ring III) hatte
und im Zwinger King Lorraine stand. Ihr Nachkomme Pop Compagnons Vie ,ein
Tervuerenrüde mit Ring III hatte mehrere Würfe in Deutschland.
Aber in Deutschland wurde diese Linie nicht weiterverfolgt. Es folgt
die Episode Nasser: mit der Zucht v.d. Valleyer Höhe aus einer Colombophilehündin.
Herr Nasser importierte die erwachsene Hündin Etoile du Colombophile
und ließ sie von einem Colombophilerüden decken, der Wurf fiel
1976. Die Hündinnen wurden öfters ausgestellt . Der Rüde
Andre wurde in die Schweiz verkauft . Seine Tochter Bessie Firedancer
Kennel wurde Mutter des Jugendsieger DM Bjelo Stutengarten. Dann wurde
der Rüde Molosse Abbildung 55 importiert. Dieser Hund machte 50 mal
die SchH III und war aus reinen Mouscronnaislinien. 1980 fiel dann bei
seinem Besitzer im Zwinger Sonnenstück der A-Wurf nach der französischen
Importhündin Naja Bois Muguet. Eine Hündin aus dem Wurf Anja
hatte 1982 einen Wurf nach der einzigen Deckung von dem SchH III-Rüden
DJack Boscaille der im Besitz von Herrn Peter Engel war. Aus diesem
Wurf wurde Basti von der Hirtenfreude bekannt, die VDH-Champion wurde
und Zuchthündin im Zwinger Tettenbacher Schäferhof war.
Nun kommt eine ganz große Zäsur in der deutschen Malinoiszucht.
Diese ist eins mit dem Namen Peter Engel. Dieser hatte mit langhaarigen
belgischen Schäferhunden angefangen. Leider hatte er bei seinen Tervueren
mit Gesundheitsproblemen und zu kämpfen und die Ausbildung der Hunde
war nicht einfach. Bei einer Fahrt zum Decken, anlässlich der franz.
Spezialzuchtschau, sah er eine Vorführung des französischen
Ringsports . Der Malinoisrüde, den er dort sah war der franz. Arbeitschampion
Tzar Ventadour. Er begeisterte sich für den Malinois und diese andere
Art von Schutzhundsport. Es folgte der Import von 3 erwachsenen Hündinnen
und eines Rüden Duchesse Lancaumont, noch schönheitsbetont,
Chris Boscaille, und die wichtigste Hündin für die deutsche
Zucht Erika deux Pottois. Am 1.10.81 fiel im Zwinger von Löwenfels
der erste Wurf aus Chris Boscaille , die noch in ihrem vorherigen Zwinger
von Cadix Boscaille gedeckt worden war. Am Anfang war noch eine starke
französische Blutführung über die Deckrüden, so z.B.
Vicquy Faubourg Postes-Othis Maison Neuve. Damals hatte Peter Engel noch
Interesse an rezessive Langhaarlinien , d.h. Tervueren aus Malinoiseltern
so z.B. Dick-Jago, Jury-Stammmutter der Arbeitstervueren von der Roten
Platte. Leider, als Tervuerenfreund muss ich das sagen, ist er von diesen
Linien abgegangen. Damals war die Entwicklung ihrer Zeit voraus - heute
gibt es viele solche Zuchten: Virlevent-Silver Rail-Musher-Siefelerberg
die mit Arbeitstervueren aus Malinois züchten. Probleme mit dem damaligen
Klub dem DKBS, der kein Interesse am Hundesport hatten, folgten. Es konnte
kein Konzept über eine Generation hinaus entwickelt werden. Dies
führte zur Bildung des DMC. Erst erfolgte die Eintragung der Welpen
ins VDH-Zuchtbuch, dann in das eigene DMC-Zuchtbuch. Peter Engel und weitere
importierten nun viele Deux Pottoishunde. Nun war die Zeit der belgischen
Deckrüden, die alle Legende sind: GVitou Abbildung 60-Haddock-Eik/
dann folgte von GBibber und seine Söhnen, später wurden
holländische Linien über Sorba Hoveld in die deutsche Zucht
eingeführt. Anfangs wurden die Löwenfelshunde viel nach Frankreich
verkauft, am bekanntesten wurde der Europasieger und franz. Arbeitschampion
Fico Löwenfels.
Anfang der Achtziger entstand 1983 der Zwinger von der Wirthsmühle
mit der französischen Importhündin Sarah Compagnons Vie. 1984
begann der Zwinger von Kronenbühl mit einer unerlaubten Mischpaarung
seines uralten Tervuerenrüden Boris von Hassenstein mit der belgischen
Importhündin Gene Deux Pottois. Wichtig war dann der B-Wurf von Gene
mit Haddock Deux Pottois mit Basti, Finalistin der franz. Meisterschaft
in IPO III und Zuchthündin sowie Boris der 1991 am französischen
Selectif im Ring teilnahm. Langsam entstanden Nachfolgezuchten aus den
vorhandenen Löwenfelshunden: der wichtigste war der Zwinger vom Roten
Falken, leider ist der Züchter verstorben, aber der Zwinger steht
derzeit im Zenit des Leistungssports. Weiter entstanden Ende der Achtziger/Anfang
der Neunziger folgende Zuchten: Von der Wautz, des Teutonnes, Breuker
Heide, Bonum bono, Airport Hannover, Schneller Fuchs, Forsthaus Augustdorf,
von den bösen Buben um einige wichtige zu nennen. Auch in den neuen
Bundesländern entwickelten sich Zuchten: Greifenring, Ihleburg und
Haus Penz, sowie andere.
Zwei wichtige Hunde formten die deutsche Malinoispopulation:die 2 gekörten
Rüden: Oskar Löwenfels und Koloss Deux Pottois . Lange Jahre
bestimmten diese zwei Hunde deutlich die deutsche Zucht.
1986 nahm zum ersten Mal ein Malinois bei der DM teil, es handelte sich
um Gayal Deux Pottois. Ein Jahr später starteten schon 3 Hunde, Gayal
und Harro Deux Pottois und Duc. Gayal wurde dabei deutscher Meister. In
den folgenden Jahren starten meistens 3 Malinois . 1990 wiederholte sich
der Erfolg. Igor Löwenfels in amerikanischen Besitz wurde deutscher
Meister und Bjelo Stutengarten, deutscher .1991 waren dann schon 12 Hunde
gemeldet, davon 5 aus dem Zwinger von Löwenfels. 1992 waren DM und
Vizemeister aus deutscher Malinoiszucht. Es handelte sich um Sam Löwenfels
und Alpha Lehrbacher Schloß. Ein Jahr später waren wieder mehr
Malinois gemeldet, 19 Stück dabei wurde Platz 1 bis 4 wurde von ihnen
gewonnen. 1993 wurde Onix Löwenfels DM und Sam Löwenfels Vizemeister.
Ein Jahr darauf war wieder Sam DM. 1995 gewann zum ersten Mal eine Malinoishündin
Zahra Löwenfels.1996 gewann seit langer Zeit einmal wieder ein DSH.1997
gewann Emir Teutonnes vor Atra Wautz. Inzwischen sind die Malinois die
zahlenmäßig am stärksten vertretene Hunderasse auf der
deutschen Meisterschaft.1998 und 1999 gewann Klemm roten Falken,1999 wurde
der amerikanische Rüde Shane of Vitosha Vizemeister.
Weiterer Verbreitung des Malinois:
USA
Diese kaufen derzeit fleißig europäische Gebrauchshundemalinois
auf, anfangs Löwenfelshunde, dann belgische Deux Pottois-Hunde und
jetzt v.A. franz.und holländische Tiere. Das neben dem Schutzhundesport
nun auch Mondioring und französisch-Ring gearbeitet wird hat sicher
mit der zunehmenden Beliebtheit des Malinois zu tun. Man muss jedoch auch
die Problematik sehen: die Kommerzialisierung des Hundes, es werden hohe
Preise für ausgebildete Spitzenhunde bezahlt, so werden Finalisten
aus Frankreich gekauft, was früher unmöglich war. Bsp. Finaliste
Eyra Calvaire Acacias nach Deutschland und Ch. Travail campagne Duc Creux
Thatcher in die USA.
Skandinavien:
Bekannt bei uns, mit viel deutscher Blutlinienführung: der Zwinger
Daeneskjoeld aus Danemark, in Schweden der Zwinger Blacknecks.
Die Trennung in Schönheits-und Leistungszucht:
Anfang der Siebziger Jahre war die Trennung Arbeits- und Schönheitshunde
noch nicht so vollzogen wie heute. QuRack Bois Emblise Abbildung
77 aus belgischer Kennelzucht ist noch Kennern von Arbeits- und Schönheitslinien
bekannt. Aber seither ist ein starker Bruch. In Berlin hatten wir ein
sehr interessanten Vortrag eines belgischen Schönheitsrichter für
BSH, der anlässlich der großen CACIB Schau in Berlin richtete.
Er erzählte viel vom Typ und Ausdruck des Belgiers, kannte sich bestens
in den Malinoislinien aus, sprach viel vom berühmten Zwinger Assa
Abbildung 78. Aber er kannte und erwähnte die großen Gebrauchshundevererber
nicht, wie Sirol, Cartouche und GBibber zum Beispiel. Diese Welten
der Schönheits- und der Gebrauchshundezucht sind im Moment getrennt
und beide Seiten haben kein großes Interesse miteinander in Kontakt
zu kommen. Die Schönheitszucht findet zur Zeit v.A. in Belgien und
Frankreich statt. Zwei Zwinger haben da vor allem Einfluss, sie verfügten
durch teilweise recht enge Inzucht über einen sehr einheitlichen
Typ. In Belgien: du Maugré, ein Zwinger der aufgehört
hat , aber dessen Linien in vielen heutigen Zuchten zu treffen sind, wie
z.B. Hameau St. Blaise und in Frankreich mit großen Erfolg zur Blutauffrischung
von Mas des Lavandes-Hunden verwendet wurde. Wichtig noch der Zwinger
Terre Aimée Abbildung 79 mit 2 verschiedenen Linien eine Schönheitszucht
von der Frau Varlet und Arbeitshunde vom berühmten Herrn. Varlet,
der Meinesserachtens das beste Buch über belgische Schäferhunde
geschrieben hat. Auch Skandinavien , England, Italien haben Schönheitszuchten
. Insgesamt ist aber in der Welpenzahl im Vergleich zu den Arbeitshunden
verschwindend gering.
Zum Abschluss: wie lässt sich der Siegeszug des Malinois erklären:
Die sehr unterschiedliche Arbeitsprüfungen im Hauptverbreitungsgebiet
liegen geographisch dicht beieinander (KPVN-SchH-Belg Ring-Französisch
Ring). Kein Land hat zu starkes organisatorisches Übergewicht, wie
bei ähnlichem Verbreitungsgebiet der DSH hat. Dies ist schon gar
nicht von den uneinigen Belgiern zu erwarten. Dadurch erfolgt in verschiedenen
Ländern eine verschiedene Selektion auf einen verschiedenen Hundetyp.
Vielseitig mit Nasenarbeit und die entsetzlich akkurate Unterordnung -
der Schutzhund - im Gegensatz der knüppelharte KPNV -Hund der starke
Stockschläge aushalten muss-
der selbstbewusste , unbekannte Konfliktsituationen bewältigende
belgische Ringhund und der schnelle spektakuläre französische
Ringhund, nicht zu vergessen die hohen Sprunganforderungen, bei den 2
letzten Disziplinen.
Ein ungeheures genetisches Potential wird auf verschiedene Eigenschaften
ländermässig unterschiedlich selektiert - beispielsweise auf
festen Griff in Deutschland - hohes Sprungvermögen - Frankreich,
Belgien.
Mein Plädoyer: Lasst uns diese Vielseitigkeit behalten, gerade deshalb
eignet sich der Malinois für so vieles, weil nicht nur eine Art der
Hundeausbildung als die einzige Wahrheit gilt.
Heute steht der Malinois einzigartig da, bei den meisten Arbeitsveranstaltungen
ist der Hund dabei, fast immer ist er in den oberen Plätzen zu finden.
Seit den Siebziger Jahren erfolgte zuerst in Frankreich eine ungeheure
Zunahme der Wurfzahlen, später auch in anderen Ländern . Das
zieht Verantwortung mit sich, denn für jeden Malinoiswelpen muss
auch der richtige Besitzer gefunden werden und nicht zu jedem passt ein
Malinois.
Quellenangabe:
- Jean-Marie Vanbutsele : A hundred years of history of the BSH
- Jean-Marie Vanbutsele : About Snap a great Malinois
- Jean-Marie Vanbutsele : Never any other breed
- Jean-Marie Vanbutsele : The Malinois Tjop and Dewet
- Georges Van Ceulebroeck: LHistoire du Berger Belge
- Von Stephanitz: Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild
- Karl Hermann Finger : Hirten- und Hütehunde
- André Varlet/ Philippe de Wailly: Les Bergers Belges
- Erna Bossi: Der belgische Schäferhund und seine Geschichte
- Mme Aubry: Le berger belge
- Mme Aubry: le berger belge Tome 2
- Yves Surget: Le chien du berger belge
Zeitschriften: sans laisse, clubnachrichten, der Malinois
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